Wie viel Sand gibt es auf der Welt?

Wie viel Sand es auf der Erde gibt, weiß niemand genau. Eine oft zitierte grobe Schätzung kommt für Strände und Wüsten auf rund 7,5 Trillionen Sandkörner. Trotzdem gilt Sand als knapp. Die Menschheit verbraucht jedes Jahr 40 bis 50 Milliarden Tonnen Sand und Kies, vor allem für Beton. Wüstensand taugt dafür nicht, weil seine Körner vom Wind rund geschliffen sind.
Wie viel Sand es auf der Erde gibt, weiß niemand genau. Eine oft zitierte grobe Schätzung kommt für alle Strände und Wüsten zusammen auf rund 7,5 Trillionen Sandkörner, eine 75 mit 17 Nullen. Die Redewendung "wie Sand am Meer" für eine unzählbar große Menge hat also ihren Grund. Trotzdem gilt Sand heute als knappe Ressource. Das liegt daran, dass nicht jeder Sand für alles taugt.
Was als Sand zählt
Sand ist ein lockeres Sediment, also abgelagertes Material aus einzelnen Körnern. Die Körner sind zwischen 0,063 und 2 Millimeter groß. Feinere Körner heißen Schluff, gröbere Kies. Woraus die Körner bestehen, spielt für den Namen keine Rolle. Der größte Teil des Sandes besteht aber aus Quarz.
Die Schätzung: 7,5 Trillionen Körner
Die Zahl stammt von Forschern der University of Hawaii. Sie sind von einem Sandkorn mittlerer Größe ausgegangen und haben ausgerechnet, wie viele solcher Körner in einen Teelöffel passen. Diese Zahl haben sie dann auf alle Strände und Wüsten der Welt hochgerechnet. Das Ergebnis ist eine sehr grobe Größenordnung, keine Messung. Der Sand auf dem Meeresgrund und im Boden ist darin nicht einmal enthalten.
So riesig die Zahl der Sandkörner ist, am Himmel gibt es noch mehr. Mit bloßem Auge sieht man zwar nur einige tausend Sterne. Eine Schätzung von 2003 kommt für das ganze beobachtbare Universum aber auf rund 70 Trilliarden Sterne. Das wären etwa 9.000 Sterne für jedes Sandkorn der Erde.
Warum Sand trotzdem knapp wird
Sand ist einer der wichtigsten Rohstoffe der Welt. Aus ihm und aus Kies entstehen Beton, Mörtel, Straßen und Glas. Weltweit werden jedes Jahr 40 bis 50 Milliarden Tonnen Sand und Kies gebraucht. Nur von Wasser verbraucht die Menschheit mehr. In den zwanzig Jahren vor 2019 hat sich der Bedarf verdreifacht, weil die Bevölkerung und die Städte wachsen und viel gebaut wird.
Die Menge ist schwer vorstellbar. Mit 50 Milliarden Tonnen könnte man eine Mauer bauen, die 27 Meter breit und 27 Meter hoch ist und einmal um die ganze Erde reicht. Und das jedes Jahr aufs Neue. Zwar bildet sich Sand in der Natur nach. Doch der Mensch holt ihn schneller heraus, als er nachkommt.
Wüstensand ist für Beton nicht zu gebrauchen. Der Wind hat seine Körner über lange Zeit rund geschliffen. Ohne Ecken und Kanten verhaken sie sich nicht miteinander. Bausand kommt deshalb aus Sandgruben, aus Flüssen und aus dem Meer.
In Flüssen und an Küsten richtet der Abbau Schaden an. Wo Sand aus Flüssen gebaggert wird, verschmutzt das Wasser und der Grundwasserspiegel sinkt. Überschwemmungen und Dürren nehmen zu. An den Küsten fehlt der Sand, der sonst Strände und Flussdeltas nachfüllt. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen empfiehlt deshalb, Sand an Stränden gar nicht mehr abzubauen. Stattdessen sollen zerkleinertes Gestein, recycelter Bauschutt und der Sand aus den Abfällen von Bergwerken den Bedarf decken.
Schon im 3. Jahrhundert vor Christus hat der griechische Mathematiker Archimedes Sandkörner gezählt, allerdings nur in Gedanken. In seiner Schrift "Der Sandrechner" wollte er zeigen, dass sich auch unvorstellbar große Mengen mit Zahlen fassen lassen. Er schätzte, wie viele Sandkörner in das ganze Weltall passen würden, so wie man es damals kannte. Er kam auf höchstens eine 1 mit 63 Nullen. Dafür musste er eigens ein Zahlensystem für sehr große Zahlen erfinden.
Wer also fragt, wie viel Sand es gibt, bekommt zwei Antworten. Insgesamt gibt es unvorstellbar viel davon. Der Sand aber, den Menschen zum Bauen brauchen, ist begrenzt.
Auf wie viele Sandkörner kommt die bekannte Schätzung für Strände und Wüsten?
Wie groß sind Sandkörner?
Warum eignet sich Wüstensand nicht für Beton?
Wie viel Sand und Kies verbraucht die Menschheit im Jahr?
Was wollte Archimedes mit seinem "Sandrechner" zeigen?
Quellen 5
- NPR, Robert Krulwich, Which Is Greater, The Number Of Sand Grains On Earth Or Stars In The Sky? · Stand 17.09.2012, abgerufen 29.09.2026
- UNEP, Rising demand for sand calls for resource governance (Pressemitteilung zum Bericht Sand and Sustainability) · Stand 07.05.2019, abgerufen 29.09.2026
- UNEP, Our use of sand brings us up against the wall, says UNEP report · Stand 26.04.2022, abgerufen 29.09.2026
- Wikipedia, Sand · abgerufen 29.09.2026
- Wikipedia, Der Sandrechner · abgerufen 29.09.2026
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quickpedia.de: "Wie viel Sand gibt es auf der Welt? Sandkörner, Wüsten und warum Bausand knapp wird". Stand: 04.10.2026. Online unter: https://quickpedia.de/wissenschaft/geografie/wie-viel-sand-gibt-es (abgerufen am [Datum Deines Abrufs]).
quickpedia.de. (2026, 4. Oktober). Wie viel Sand gibt es auf der Welt? Sandkörner, Wüsten und warum Bausand knapp wird. Abgerufen am [Datum Deines Abrufs], von https://quickpedia.de/wissenschaft/geografie/wie-viel-sand-gibt-es
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Danke, wir sehen uns das an.