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Deutsche Gründer im Silicon Valley

Luftaufnahme des ringförmigen Apple-Park-Campus in Cupertino im Silicon Valley, umgeben von Bäumen und Wohngebieten
Deutsche haben das Silicon Valley an wichtigen Stellen mitgeprägt. Der Apple Park in Cupertino (Foto: Uladzik Kryhin / Shutterstock)
Die schnelle Antwort

Deutsche haben das Silicon Valley an wichtigen Stellen mitgeprägt. Andreas von Bechtolsheim hat Sun Microsystems mitgegründet und 1998 in Google investiert, noch bevor es die Firma gab. Konstantin Guericke gehört zu den Gründern von LinkedIn. Sebastian Thrun hat das Roboterauto Stanley gebaut und bei Google das Labor Google X gegründet. Ein wichtiger Grund für den Weg nach Kalifornien ist das Wagniskapital, bei dem Deutschland hinter den USA zurückbleibt.

Im August 1998 hat ein Ingenieur aus Bayern zwei Stanford-Doktoranden einen Scheck über 100.000 Dollar ausgestellt. Der Scheck lautete auf "Google, Inc.", eine Firma, die es noch nicht gab. Larry Page und Sergey Brin haben sie erst am 4. September 1998 eintragen lassen. Mit dem Geld ist das junge Team aus dem Studentenwohnheim in sein erstes Büro gezogen, eine Garage in Menlo Park.

Der Mann mit dem Scheckbuch hieß Andreas von Bechtolsheim. Seine Geschichte gehört zu den bekanntesten Anfängen im Silicon Valley, aber sie ist kein Einzelfall. Deutsche finden sich unter den Gründern von Sun Microsystems und LinkedIn, hinter dem ersten selbstfahrenden Auto, das ein Wüstenrennen gewonnen hat, und hinter Firmen, von denen in Deutschland kaum jemand gehört hat.

Der Pionier vom Ammersee

Bechtolsheim ist 1955 in Hängeberg am Ammersee geboren. In den USA hat er an der Carnegie Mellon University studiert und war von 1977 bis 1982 Doktorand in Stanford. Dort hat er eine Workstation entworfen, einen leistungsstarken Rechner für den Arbeitsplatz, der viel weniger kostete als die Minicomputer seiner Zeit. 1982 hat er ohne Doktortitel mit Vinod Khosla, Scott McNealy und Bill Joy die Firma Sun Microsystems gegründet.

Der Google-Scheck hat ihn später sehr reich gemacht. Forbes führt Bechtolsheim als Milliardär. Sein Vermögen stammt aus Google und aus Arista Networks. Den Netzwerkausrüster für Rechenzentren hat er mitgegründet, und dort ist er bis heute Chief Architect.

Deutsche Spuren im Silicon Valley

  • 1982Andreas von Bechtolsheim gründet Sun Microsystems mit.
  • 1998Sein Scheck über 100.000 Dollar geht an Google.
  • 2002Konstantin Guericke gründet LinkedIn mit.
  • 2005Sebastian Thrun gewinnt mit dem Roboterauto Stanley ein Wüstenrennen.
  • 2010Christian Beedgen gründet Sumo Logic mit.
  • 2023Sumo Logic wird für 1,7 Milliarden Dollar an einen Finanzinvestor verkauft.
  • 2025Das Startup Leaping AI aus Deutschland sammelt in San Francisco 4,7 Millionen Dollar ein.

LinkedIn aus dem Wohnzimmer

Konstantin Guericke ist 1967 in Hamburg geboren. Mit 15 Jahren war er als Austauschschüler in Pennsylvania, 1986 ist er für das Studium nach Stanford zurückgekehrt. Ende 2002 hat er mit Reid Hoffman und drei weiteren Mitgründern LinkedIn gegründet. Angefangen hat alles im Wohnzimmer von Reid Hoffman.

Das Karrierenetzwerk ist am 5. Mai 2003 gestartet und hatte nach dem ersten Monat 4.500 Mitglieder. Guericke hat als Marketingchef das Wachstum begleitet und das Unternehmen im Dezember 2006 verlassen. Später ist er zum Berliner Wagniskapitalgeber Earlybird gegangen, 2012 als Venture Partner und ab 2014 als Managing Partner. Dort hat er europäische Startups unterstützt.

Der Professor und das Roboterauto

Sebastian Thrun, 1967 in Solingen geboren, war Informatikprofessor in Stanford, als die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums DARPA 2005 ein Rennen für fahrerlose Autos ausgerichtet hat. Sein Team hat dafür einen umgebauten Geländewagen namens Stanley gebaut. Am 8. Oktober 2005 hat Stanley die rund 212 Kilometer lange Wüstenstrecke in 6 Stunden und 53 Minuten geschafft. Er hat damit das Rennen und zwei Millionen Dollar Preisgeld gewonnen.

Danach hat Google Thrun geholt. Dort hat er das Forschungslabor Google X gegründet, aus dem das Projekt für selbstfahrende Autos und die Datenbrille Google Glass hervorgegangen sind. Nebenher hat er die Lernplattform Udacity gegründet, die Onlinekurse zu Technikthemen anbietet. Sie ist 2011 entstanden. 2024 hat der Beratungskonzern Accenture sie übernommen.

Peter Thiel spricht 2016 auf dem Parteitag der Republikaner in Cleveland (Foto: Mark Reinstein / Shutterstock)
Peter Thiel spricht 2016 auf dem Parteitag der Republikaner in Cleveland (Foto: Mark Reinstein / Shutterstock)
Irrtum: Peter Thiel ist ein deutscher Gründer

Peter Thiel steht in fast jeder Liste deutscher Größen im Silicon Valley. Geboren ist er 1967 in Frankfurt am Main, aber schon als Kleinkind ist er mit seiner Familie in die USA gezogen. Er ist dort aufgewachsen und hat dort studiert. Das Tal hat er als Mitgründer von PayPal und der Datenfirma Palantir und als erster Geldgeber von außen bei Facebook geprägt. Ein deutscher Gründer, der nach Kalifornien gegangen ist, ist er aber nicht.

Der Unbekannte mit dem Milliardenverkauf

Weniger bekannt ist Christian Beedgen. 2010 hat er in Kalifornien die Datenanalysefirma Sumo Logic mitgegründet und dort als Technikchef gearbeitet. Später ist Sumo Logic an die Technologiebörse Nasdaq gegangen. Im Februar 2023 hat der Finanzinvestor Francisco Partners die Übernahme für 1,7 Milliarden Dollar angekündigt.

Warum es Gründer nach Kalifornien zieht

Ein wichtiger Grund ist das Geld. Gemeint ist Wagniskapital, also Beteiligungskapital für junge Firmen mit hohem Risiko. Laut KfW Research hat der deutsche Markt 2025 zwar das Niveau der Vorjahre gehalten, bleibt aber hinter der Dynamik in den USA, Großbritannien und Frankreich zurück.

7,2 Milliarden EuroInvestitionsvolumen 2025, nach 7,4 Milliarden 2024
1.444Finanzierungsrunden, nach 1.540 im Vorjahr
2,9 Milliarden Eurodavon für künstliche Intelligenz, rund zwei Fünftel des Volumens

KfW Research, deutscher Wagniskapitalmarkt 2025

Ein bekannter Weg ins Tal führt heute über Y Combinator. Das Förderprogramm in San Francisco investiert 500.000 Dollar in jedes Startup, das es aufnimmt. Wie das aussehen kann, zeigt Leaping AI. Der Gründer Kevin Wu hat ein Jahr zuvor in Deutschland mehr als 50 Absagen von Wagniskapitalgebern bekommen. Nach dem Umzug ins Silicon Valley hat die Firma im August 2025 in weniger als einer Woche 4,7 Millionen Dollar eingesammelt, unter anderem von Y Combinator und dessen Mitgründer Paul Graham.

Manche Wege führen auch zurück. Guericke hat seine Erfahrung aus dem Tal bei Earlybird an europäische Gründer weitergegeben.

Was hast Du gelernt?
  1. Wer hat Larry Page und Sergey Brin im August 1998 einen Scheck über 100.000 Dollar ausgestellt?

  2. Was war an dem Scheck ungewöhnlich?

  3. Welches Netzwerk hat der Hamburger Konstantin Guericke mitgegründet?

  4. Womit ist Sebastian Thrun 2005 bekannt geworden?

  5. Warum ist Peter Thiel kein deutscher Gründer im engeren Sinn?

  6. Wie viel investiert Y Combinator in jedes aufgenommene Startup?

Quellen 17
  1. Google, How we started and where we are today · abgerufen 27.09.2026
  2. Google Blog, Marking 20(ish) years of Google · abgerufen 27.09.2026
  3. Geschichte der Informatik, Andy Bechtolsheim and Sun · abgerufen 27.09.2026
  4. Stanford Engineering, Andy Bechtolsheim: Hero talks innovation, success and engineering · abgerufen 27.09.2026
  5. Arista Networks, Management Team · abgerufen 27.09.2026
  6. Forbes, Andreas von Bechtolsheim & family · Stand 26.09.2026, abgerufen 27.09.2026
  7. Immigrant Entrepreneurship (German Historical Institute), Konstantin Guericke · abgerufen 27.09.2026
  8. LinkedIn, About LinkedIn · abgerufen 27.09.2026
  9. Smithsonian Magazine, How a Blue SUV Named Stanley Revolutionized Driverless Car Technology · abgerufen 27.09.2026
  10. CNBC, Google's Larry Page disguised himself during a driverless car race to hire the founder of his moonshot lab, 11. Mai 2017 · Stand 11.05.2017, abgerufen 27.09.2026
  11. Accenture, Accenture Completes Acquisition of Udacity, 2024 · Stand 20.05.2024, abgerufen 27.09.2026
  12. Britannica Money, Peter Thiel · abgerufen 27.09.2026
  13. Handelsblatt, SumoLogic-Gründer Beedgen: der erfolgreichste deutsche Unternehmer im Silicon Valley, 2021 · abgerufen 27.09.2026
  14. Francisco Partners, Sumo Logic to be Acquired by Francisco Partners for $1.7 Billion · Stand 09.02.2023, abgerufen 27.09.2026
  15. KfW Research, Deutscher Markt für Wagniskapital 2025 trotz wirtschaftlicher Unsicherheit stabil, 8. Januar 2026 · Stand 08.01.2026, abgerufen 27.09.2026
  16. Y Combinator, The YC Deal · abgerufen 27.09.2026
  17. Leaping AI, AI Startup Leaping AI raised $4.7M to bring AI Voice Agents to Companies and Call Centers, 21. August 2025 · Stand 21.08.2025, abgerufen 27.09.2026
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quickpedia.de: "Deutsche Gründer im Silicon Valley: Bechtolsheim, Guericke, Thrun und die neue Generation". Stand: 27.09.2026. Online unter: https://quickpedia.de/wirtschaft/startups/deutsche-gruender-silicon-valley (abgerufen am [Datum Deines Abrufs]).

Wissenschaftlich (an APA angelehnt)

quickpedia.de. (2026, 27. September). Deutsche Gründer im Silicon Valley: Bechtolsheim, Guericke, Thrun und die neue Generation. Abgerufen am [Datum Deines Abrufs], von https://quickpedia.de/wirtschaft/startups/deutsche-gruender-silicon-valley

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