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Spekulationsblase - Was ist das?

Gezeichnete Illustration: Ein Mann im Anzug steht auf einer Leiter und sticht mit einer riesigen Nadel in einen grünen Ballon mit Dollarzeichen
Irgendwann finden sich keine Käufer mehr, und die Preise brechen ein (Illustration: Yellow_man / Shutterstock)
Die schnelle Antwort

Eine Spekulationsblase entsteht, wenn der Preis von Aktien, Immobilien, Rohstoffen oder anderen Gütern weit über ihren eigentlichen Wert steigt, weil viele Menschen auf weiter steigende Preise setzen. Irgendwann finden sich keine Käufer mehr, und die Preise brechen ein. Blasen hat es immer wieder gegeben, von der Tulpenmanie im 17. Jahrhundert bis zur amerikanischen Immobilienblase, die ab 2007 eine Finanzkrise in den meisten Industrieländern auslöste.

Eine Spekulationsblase ist eine Lage an einem Markt, in der die Preise weit über dem eigentlichen Wert einer Sache liegen. Das kann bei Aktien passieren, bei Immobilien, bei Rohstoffen oder sogar bei Blumenzwiebeln. Die Preise steigen, weil viele Menschen kaufen, und viele kaufen, weil die Preise steigen. Irgendwann reißt diese Kette ab, und die Preise stürzen ab. Dann sagt man, die Blase ist geplatzt.

Den eigentlichen Wert nennen Ökonomen auch inneren Wert oder Fundamentalwert. Das Problem ist, dass sich dieser Wert nicht eindeutig berechnen lässt. Deshalb erkennt man eine Blase oft erst, wenn sie geplatzt ist.

Wie eine Blase entsteht

Der Wirtschaftshistoriker Charles P. Kindleberger hat in einem bekannten Modell beschrieben, wie eine typische Spekulationsblase verläuft. Das Modell baut auf Ideen des Ökonomen Hyman Minsky auf und unterscheidet fünf Phasen.

PhaseWas passiert
VerlagerungEine Neuerung wie die Eisenbahn oder das Internet eröffnet neue Gewinnchancen.
AufschwungDie Wirtschaft wächst, und Banken vergeben mehr Kredite.
EuphorieSteigende Preise machen Anleger optimistisch, und immer mehr kaufen auf Kredit.
Kritische PhaseZweifel kommen auf, Banken werden vorsichtig und vergeben weniger Kredite.
Panik und AbsturzDie Preise brechen ein, viele müssen verkaufen, um ihre Schulden zu bezahlen.
Schema einer Spekulationsblase in fünf Phasen. Nach einer Neuerung steigen die Preise erst langsam, dann in der Euphorie steil an. In der kritischen Phase stocken sie, dann folgen Panik und Absturz.

In der Phase der Euphorie wirkt eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Weil alle mit steigenden Preisen rechnen, kaufen sie, und weil sie kaufen, steigen die Preise tatsächlich. Viele Anleger schauen dann nicht mehr auf den Wert, sondern auf das Verhalten der anderen. Ökonomen sprechen von Herdenverhalten.

Die Theorie vom größeren Narren

Warum kauft jemand etwas, obwohl er weiß, dass es zu teuer ist? Die sogenannte Greater-Fool-Theorie, die Theorie vom größeren Narren, gibt darauf eine Antwort. Der Käufer rechnet damit, dass es immer noch jemanden gibt, der ihm die Sache später zu einem noch höheren Preis abkauft. Das funktioniert, solange es diese Käufer gibt. Fehlen sie, bleibt der Letzte auf seinem teuren Kauf sitzen.

Warum Blasen platzen

Eine Blase platzt, wenn die Zweifel überhandnehmen. Banken verlangen höhere Zinsen oder geben keine Kredite mehr, und Anleger wollen verkaufen, bevor die Preise fallen. Weil viele gleichzeitig verkaufen, fallen die Preise umso schneller. Wer auf Kredit gekauft hat, muss oft auch gute Anlagen verkaufen, um seine Schulden zu bedienen, und zieht damit den ganzen Markt weiter nach unten.

Warum Blasen überhaupt entstehen, ist unter Ökonomen umstritten. Nach klassischen Modellen, in denen alle Anleger rational handeln, dürfte es sie gar nicht geben. Die Verhaltensökonomik erklärt sie dagegen damit, dass Menschen nicht immer rational entscheiden und sich an anderen orientieren.

Irrtum: Spekulationsblasen gibt es erst seit den modernen Börsen

Blasen sind viel älter als das Internet oder der Computerhandel. Schon im 17. und 18. Jahrhundert sind sie dokumentiert, etwa die Tulpenmanie in den Niederlanden oder die Südseeblase in England. Das Muster aus steigenden Preisen und plötzlichem Absturz hat sich seitdem immer wiederholt.

Bekannte Spekulationsblasen

Blasen, die Geschichte gemacht haben

  • 1637In den Niederlanden platzt die Spekulation mit Tulpenzwiebeln.
  • 1720In Frankreich und England spekulieren Anleger mit Anteilen der Mississippi-Kompanie und der South Sea Company, und beide Blasen platzen.
  • 1873Am 9. Mai platzt die Blase der deutschen Gründerzeit.
  • 1929Der Börsenkrach in New York löst die Weltwirtschaftskrise aus.
  • 1990In Japan platzt eine Aktien- und Immobilienblase.
  • 2000Die Dotcom-Blase um Internetfirmen platzt, viele Kurse fallen um mehr als 90 Prozent.
  • 2007Die Immobilienblase in den USA platzt und löst eine Finanzkrise in den meisten Industrieländern aus.

Die Dotcom-Blase ist ein gutes Beispiel für eine Verlagerung im Sinne Kindlebergers. Ab 1995 haben das Internet und das Mobiltelefon eine Aufbruchstimmung ausgelöst. Es gab zahllose Firmengründungen und Börsengänge, und viele Anleger hofften auf schnelle Gewinne. Im März 2000 erreichte die Spekulation ihren Höhepunkt. Bis März 2003 sind viele Kurse um mehr als 90 Prozent gefallen.

Was hast Du gelernt?
  1. Was ist eine Spekulationsblase?

  2. Warum erkennt man eine Blase oft erst hinterher?

  3. Was besagt die Theorie vom größeren Narren?

  4. Welche Blase platzte 2007 in den USA?

  5. Seit wann gibt es Spekulationsblasen nachweislich?

Quellen 2
  1. Wikipedia, Spekulationsblase · abgerufen 28.09.2026
  2. Wikipedia, Dotcom-Blase · abgerufen 28.09.2026
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quickpedia.de: "Spekulationsblase: Wie Blasen entstehen, warum sie platzen und bekannte Beispiele". Stand: 01.10.2026. Online unter: https://quickpedia.de/wirtschaft/spekulationsblase (abgerufen am [Datum Deines Abrufs]).

Wissenschaftlich (an APA angelehnt)

quickpedia.de. (2026, 1. Oktober). Spekulationsblase: Wie Blasen entstehen, warum sie platzen und bekannte Beispiele. Abgerufen am [Datum Deines Abrufs], von https://quickpedia.de/wirtschaft/spekulationsblase

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