Kapitalismus - Was ist das?

Kapitalismus ist eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, in der Fabriken, Maschinen und andere Produktionsmittel Privatleuten gehören und in der der Markt bestimmt, was hergestellt und gekauft wird. Die Eigentümer wollen Gewinn machen und investieren ihn wieder, um ihr Kapital zu vermehren. Theoretisch begründet hat die freie Marktwirtschaft vor allem Adam Smith 1776, scharf kritisiert hat den Kapitalismus Karl Marx. Was Kapitalismus genau ausmacht, ist bis heute umstritten.
Kapitalismus ist eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die auf zwei Grundpfeilern ruht. Die Produktionsmittel, also Fabriken, Maschinen, Land und Geld für Investitionen, gehören Privatleuten und Unternehmen. Und was hergestellt, gekauft und verkauft wird, regelt der Markt und nicht der Staat. Die Eigentümer streben nach Gewinn und stecken ihn wieder in ihr Unternehmen, um ihr Kapital zu vermehren. Diese ständige Vermehrung des Kapitals gilt vielen als das eigentliche Herzstück des Kapitalismus.
Was Kapitalismus genau ist, ist allerdings umstritten. Der Begriff ist politisch aufgeladen und wird je nach Standpunkt sehr unterschiedlich verwendet. Für die einen ist er fast dasselbe wie Marktwirtschaft, für die anderen steht er für ein Denken, das nur auf Profit zielt und dabei Umwelt, Ethik und soziale Folgen übersieht.
Wie der Kapitalismus funktioniert
Im Kapitalismus entscheiden viele einzelne Unternehmen und Verbraucher, was produziert wird. Ein Unternehmer stellt her, was sich verkaufen lässt, und legt sein Kapital dort an, wo er sich den meisten Gewinn verspricht. Nach der Theorie von Adam Smith führt dieses Gewinnstreben dazu, dass Kapital und Rohstoffe dorthin fließen, wo sie am meisten bringen, und dass die Produktivität steigt.
Das Gegenmodell ist die Planwirtschaft, auch Zentralverwaltungswirtschaft genannt. Dort steuert nicht der Markt, sondern eine zentrale Planung, was hergestellt wird.
Die Marktwirtschaft ist viel älter als der Kapitalismus. Märkte, auf denen Menschen Waren tauschen, gab und gibt es in vielen Gesellschaften, Kulturen und Staatsformen. Zum Kapitalismus gehört mehr, nämlich das private Eigentum an den Produktionsmitteln und das Streben, Kapital immer weiter zu vermehren.
Wie der Kapitalismus entstanden ist
Wann der Kapitalismus beginnt, ist umstritten. Manche Historiker lassen ihn schon im späten 15. Jahrhundert mit dem weltweiten Fernhandel anfangen. Sein moderner Durchbruch kam mit der Industrialisierung. Neue Maschinen wie die mechanische Spinnmaschine und der mechanische Webstuhl machten es möglich, in Fabriken viel mehr herzustellen als je zuvor.
Den wichtigsten theoretischen Grundstein legte der schottische Ökonom und Moralphilosoph Adam Smith 1776 mit seinem Buch "Der Wohlstand der Nationen". Smith sah durchaus, dass Eigentum ungleich verteilt ist und dass Besitzeinkommen oft auf fremder Arbeit beruhen. Er hielt dem aber entgegen, dass die Arbeitsteilung den Lebensstandard für alle hebe.
Wie das Wort Kapitalismus gewachsen ist
- 1753Das französische Wort "capitaliste" ist erstmals belegt, für jemanden, der Güter besitzt.
- 1776Adam Smith veröffentlicht "Der Wohlstand der Nationen".
- 1842Das Wort Kapitalismus taucht erstmals im heutigen Sinn auf.
- 1867Karl Marx veröffentlicht den ersten Band von "Das Kapital".
- 1904Max Weber veröffentlicht "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus".
Die Kritik am Kapitalismus
Der ungebremste Kapitalismus der frühen Industrialisierung, oft Manchesterkapitalismus genannt, hat die Gesellschaft gespalten. Die Not der Arbeiter, die sogenannte soziale Frage, zeigte sich etwa in den Weberaufständen. Sie war der Hintergrund für die einflussreiche Kapitalismuskritik von Karl Marx, dessen Hauptwerk "Das Kapital" 1867 erschien. Wie sich daraus der Kommunismus als Gegenentwurf entwickelte, steht im Beitrag über Kommunismus und Faschismus.
In Deutschland hat man auf die soziale Frage schon im 19. Jahrhundert mit einem Sozialstaat reagiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand daraus die soziale Marktwirtschaft, eine Marktwirtschaft mit einem ausgebauten Sozialstaat.
Das Wort Kapital geht auf das lateinische "caput" zurück, das Kopf bedeutet. Das italienische "capitale" bezeichnete ab dem 16. Jahrhundert ein Vermögen, und zwar im Sinne der Kopfzahl einer Viehherde. Die frisch geborenen Tiere galten dagegen als Zinsen. Das Wort Kapitalismus in seinem heutigen Sinn ist erstmals 1842 belegt.
Wem gehören im Kapitalismus die Produktionsmittel?
Was ist das Gegenmodell zum Kapitalismus?
Sind Kapitalismus und Marktwirtschaft dasselbe?
Wer schrieb 1776 "Der Wohlstand der Nationen"?
Woher stammt das Wort Kapital?
Quellen 1
- Wikipedia, Kapitalismus · abgerufen 28.09.2026
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quickpedia.de: "Kapitalismus: Was er ist, wie er funktioniert und warum er umstritten ist". Stand: 01.10.2026. Online unter: https://quickpedia.de/wirtschaft/kapitalismus (abgerufen am [Datum Deines Abrufs]).
quickpedia.de. (2026, 1. Oktober). Kapitalismus: Was er ist, wie er funktioniert und warum er umstritten ist. Abgerufen am [Datum Deines Abrufs], von https://quickpedia.de/wirtschaft/kapitalismus
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Danke, wir sehen uns das an.