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AGI - Was ist allgemeine künstliche Intelligenz?

Mann mit Kopfhörern sitzt vor Monitoren, auf dem Bildschirm eine blau leuchtende Drahtgitter-Figur eines menschlichen Oberkörpers
AGI - Wird künstliche Intelligenz so schlau wie Menschen? (Foto: DC Studio / Shutterstock)

AGI: Künstliche Intelligenz ohne Spezialgebiet

Sprachassistenten, Bildgeneratoren, Chatbots - künstliche Intelligenz steckt inzwischen in vielen Produkten. Wenn Fachleute über die Zukunft der KI diskutieren, fällt aber oft ein anderes Kürzel: AGI. Es steht für Artificial General Intelligence. (dt. allgemeine künstliche Intelligenz) Gemeint ist ein System, das jede geistige Aufgabe ungefähr so gut bewältigen kann wie ein Mensch - es kann lernen, planen, verstehen und sein Wissen auf völlig neue Probleme übertragen.

Allerdings gibt es ein solches System bisher nicht. AGI ist ein Forschungsziel, und der Streit darüber, wie weit der Weg noch ist, spaltet die Branche.

Was heutige KI von AGI trennt

Die künstliche Intelligenz, die uns heute umgibt, ist Fach-Intelligenz. Ein Schachprogramm schlägt jeden Weltmeister, kann aber keine E-Mail schreiben. Die Gesichtserkennung im Smartphone macht genau eine Sache - Gesichter erkennen. Fachleute sprechen deshalb von schwacher oder enger KI.

Moderne Chatbots wirken dagegen schon recht allgemein. Sie schreiben Gedichte, fassen Verträge zusammen und programmieren nebenbei. Als AGI gelten aber auch sie nicht. Ihnen fehlt die Verlässlichkeit über alle Gebiete hinweg. Immer wieder scheitern sie an Aufgaben, die für Menschen leicht sind.

Schwache KI

löst eine eng umrissene Aufgabe, vom Schachzug bis zur Gesichtserkennung - alles, was heute im Einsatz ist

AGI

würde jede geistige Aufgabe etwa auf menschlichem Niveau bewältigen und Gelerntes auf Neues übertragen

Superintelligenz

die gedachte Stufe darüber, ein System, das Menschen in praktisch allen Bereichen deutlich übertrifft

Oft fällt in dieser Debatte auch der Ausdruck "starke KI". Der Philosoph John Searle hat ihn 1980 geprägt, allerdings für eine andere Behauptung - nämlich dass ein Programm echtes Verständnis oder gar ein Bewusstsein besitzen könne. Heute wird starke KI meist schlicht als Synonym für AGI benutzt. Bewusstsein verlangt die AGI-Definition aber nicht. Die Definition konzentriert sich allein auf die Fähigkeiten.

Woher der Begriff kommt

Die Idee ist älter als das Wort. Schon Alan Turing hat 1950 gefragt, ob Maschinen denken können. Und die Gründergeneration der KI wollte von Anfang an die universelle Denkmaschine bauen. Weil die Forschung dann jahrzehntelang vor allem Spezialprogramme hervorgebracht hat, musste für das alte, große Ziel irgendwann ein eigener Name her.

Vom Gedankenspiel zum Fachbegriff

  • 1950Alan Turing schlägt das Imitationsspiel vor, den späteren Turing-Test für maschinelles Denken
  • 1956Die Dartmouth-Konferenz macht "künstliche Intelligenz" zum Namen eines eigenen Forschungsfelds
  • 1997Der Physiker Mark Gubrud verwendet erstmals den Ausdruck "Artificial General Intelligence", in einem Aufsatz über Nanotechnik und internationale Sicherheit
  • 2007Ein Sammelband von Ben Goertzel und Cassio Pennachin macht AGI als Fachbegriff bekannt - vorgeschlagen hat den Namen Shane Legg, später Mitgründer von DeepMind
  • 2023Microsoft-Forscher sehen in GPT-4 erste "Funken von AGI" und lösen damit heftigen Widerspruch aus

Das Problem mit der Definition

Eine allgemein anerkannte Definition von AGI gibt es nicht, und genau das macht die Debatte so unübersichtlich. OpenAI beschreibt AGI in seiner Charta von 2018 als "hochautonome Systeme, die Menschen bei den meisten wirtschaftlich wertvollen Arbeiten übertreffen". Google-DeepMind-Chef Demis Hassabis versteht darunter ein System mit sämtlichen kognitiven Fähigkeiten eines Menschen. Forscher seines Unternehmens haben 2023 zudem ein Stufenmodell vorgeschlagen, das von "aufkeimender" bis "übermenschlicher" AGI reicht - die damaligen Chatbots landeten darin ganz unten.

Wie dehnbar der Begriff ist, zeigt ein Blick in Verträge. Einem Bericht der Fachseite The Information zufolge hatten OpenAI und Microsoft AGI intern zeitweise schlicht über Geld definiert: erreicht sei sie, wenn OpenAIs Systeme rund 100 Milliarden Dollar Gewinn erwirtschaften können. Nach einer neuen Vereinbarung vom Oktober 2025 muss ein unabhängiges Expertengremium abstimmen, falls OpenAI AGI ausruft. An diesem Votum hängen Rechte in Milliardenhöhe.

Wie nah sind wir dran?

Der Informatiker François Chollet hat mit ARC-AGI einen Test entworfen, dessen Logikrätsel Menschen ohne Übung lösen, Maschinen aber lange überfordert haben. Im Dezember 2024 hat OpenAIs Modell o3 dort als erstes System die menschliche Vergleichsmarke übertroffen. Billig war das nicht - im besten Durchlauf kostete jede einzelne Aufgabe Rechenleistung für mehrere tausend Dollar. Seit 2025 gibt es einen schwereren Nachfolgetest, an dem die Modelle wieder weitgehend scheitern, während Menschen die Aufgaben weiterhin lösen. Die Messlatte wandert also mit dem Fortschritt mit.

Entsprechend weit liegen die Prognosen auseinander. OpenAI-Chef Sam Altman hat im Januar 2025 geschrieben, sein Unternehmen sei nun zuversichtlich zu wissen, wie sich AGI im herkömmlichen Sinn bauen lasse. Hassabis selbst rechnet mit fünf bis zehn Jahren. Der Turing-Preisträger Yann LeCun, viele Jahre KI-Chefforscher bei Meta, hält dagegen ganz neue wissenschaftliche Durchbrüche für nötig - AGI stehe nicht unmittelbar bevor.

Die Forschung insgesamt war zuletzt vorsichtiger. Ende 2023 hat das Projekt AI Impacts 2778 KI-Wissenschaftler befragt, wann Maschinen jede Aufgabe besser und günstiger erledigen können als Menschen. Die gemittelte Antwort: eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent bis zum Jahr 2047. Bemerkenswert war allerdings die Richtung, denn gegenüber der Befragung ein Jahr zuvor ist diese Schätzung um 13 Jahre nach vorn gerückt.

Ob AGI in wenigen Jahren kommt, in Jahrzehnten oder nie, kann heute niemand sagen. Sicher ist nur, dass an der Antwort mehr hängt als Forscherehrgeiz - Milliardenverträge etwa, und die Frage, wie sich die Arbeitswelt auf Maschinen einstellen soll, die immer mehr Aufgaben übernehmen.

Was hast Du gelernt?
  1. Wofür steht die Abkürzung AGI?
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    Für Artificial General Intelligence - eine bisher hypothetische KI, die jede geistige Aufgabe ungefähr so gut bewältigt wie ein Mensch.

  2. Gibt es AGI schon?
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    Nein. Heutige Systeme sind entweder Spezialisten oder wie Chatbots zwar vielseitig, aber nicht durchgängig auf menschlichem Niveau.

  3. Was unterscheidet AGI von Superintelligenz?
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    AGI meint ungefähr menschliches Niveau in der Breite, Superintelligenz würde den Menschen in fast allen Bereichen deutlich übertreffen.