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Wie häufig wird Nigger / Nigga in amerikanischen Rap-Songs verwendet?

Rapper als Silhouette mit Mikrofon auf einer Konzertbühne im magentafarbenen Scheinwerferlicht
Im Rap steht meist die Form „Nigga“ - sie wird dort in der Regel nicht mit rassistischer Absicht verwendet (Foto: Craig Bisacre / Shutterstock)

Eine belastbare Gesamtzahl gibt es nicht. Belegen lassen sich Zählungen für einzelne Alben, eine Größenordnung aus den sozialen Netzwerken und der Weg, den das Wort seit 1979 durch das Genre genommen hat.

Vorweg aber ein Punkt, ohne den jede Zahl in die Irre führt: Im Rap ist es fast immer die Form "Nigga", nicht "Nigger".

Nigga oder Nigger - der Unterschied

Die beiden Formen sehen sich ähnlich und trennen doch Welten. Wer in Rap-Texten mitzählt, zählt fast ausschließlich die Form auf "-a".

Nigga

Form aus dem afroamerikanischen Englisch, unter Schwarzen als Anrede und im Sinne von "Typ" gebräuchlich

Nigger

rassistische Beleidigung mit direktem Bezug auf Sklaverei und Segregation

Der Rapper Tupac Shakur hat den Unterschied 1995 in einem MTV-Interview zugespitzt: "Niggers was the ones on the rope, hanging off the thing; niggas is the ones with gold ropes, hanging out at clubs." Die Form auf "-er" taucht in Rap-Texten vor allem dort auf, wo Rassismus selbst zum Thema gemacht wird.

Was sich zählen lässt

Dokumentierte Zählungen gibt es für einzelne Alben. Der am häufigsten zitierte Wert stammt von Ol' Dirty Bastard, dessen Album "Nigga Please" von 1999 das Wort schon im Titel trägt. Wie präsent es außerhalb der Musik ist, hat die "Washington Post" 2014 mit Twitter-Daten gezeigt.

76Mal fällt "Nigga" auf dem Album "Nigga Please" von Ol' Dirty Bastard - Wiederholungen in Refrains nicht mitgezählt
500.000Mal am Tag stand "Nigga" 2014 in Tweets, gemessen vom Analysedienst Topsy

"Wired" 2006 und "Washington Post" 2014

Mehr als solche Stichproben gibt die Datenlage nicht her. Ob Ad-libs, Refrain-Wiederholungen und Gast-Strophen mitzählen, entscheidet jede Zählung anders - dieselbe "Platte" kommt so auf sehr unterschiedliche Werte.

Der Weg in den Mainstream

Neu ist das Wort im Rap nicht. Es hat aber gedauert, bis es zum Standardvokabular geworden ist: erst beiläufig in einzelnen Aufnahmen, dann Markenzeichen einer ganzen Spielart, schließlich Alltag im Genre.

Wie das Wort in den Rap gekommen ist

  • 1979Die frühen Hip-Hop-Aufnahmen "Scoopy Rap" und "Family Rap" enthalten das Wort
  • 1983"New York New York" von Grandmaster Flash and the Furious Five gilt als eine der frühesten Verwendungen in einem bekannten Song
  • 1985Schoolly D veröffentlicht "P.S.K. What Does It Mean?", oft als erster Gangsta-Rap-Song geführt
  • 1988N.W.A bringt mit "Straight Outta Compton" den Gangsta-Rap in den Mainstream
  • 1991"Niggaz4Life" von N.W.A erreicht als erstes Hardcore-Rap-Album Platz 1 der Billboard 200

Der Gruppenname N.W.A steht für "Niggaz Wit Attitudes". Mit dem Erfolg der Gruppe ist das Wort aus dem Untergrund in die Charts gewandert - und damit vor ein Publikum, das es bis dahin fast nur als Beleidigung kannte.

Inzwischen gewinnen Songs mit dem Wort im Titel die wichtigsten Preise der Branche. "Niggas in Paris" von Jay-Z und Kanye West aus dem Jahr 2011 hat bei den Grammy Awards 2013 die Auszeichnungen für die beste Rap-Performance und den besten Rap-Song erhalten.

Bedeutung und Kontext

Im Rap hat das Wort meist eine andere Bedeutung und Absicht als der rassistische Gebrauch, aus dem es stammt. Viele Rapper verwenden es als Ausdruck von Identität und Solidarität oder besetzen den Begriff bewusst neu. Was genau gemeint ist, hängt am Kontext - die Spanne reicht von neutral bis anerkennend.

Eine Grenze zieht die Debatte allerdings klar. Verwenden nicht-schwarze Personen das Wort, gilt das weithin als inakzeptabel - auch beim Mitsingen von Songtexten.

Was hast Du gelernt?
  1. Welche Form des Wortes steht in Rap-Texten fast immer?
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    Die Form auf "-a": "Nigga".

  2. Für welches Album liegt die am besten dokumentierte Zählung vor?
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    Für "Nigga Please" von Ol' Dirty Bastard - 76 Nennungen ohne Refrain-Wiederholungen.

  3. Welches Album hat 1988 den Gangsta-Rap in den Mainstream gebracht?
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    "Straight Outta Compton" von N.W.A.