Monotheismus - Was ist das?

Monotheismus ist der Glaube an einen einzigen Gott, der die Existenz anderer Götter ausschließt. Die bekanntesten monotheistischen Religionen sind Judentum, Christentum und Islam, denen zusammen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung angehört. Das Wort kommt aus dem Griechischen, von "mono" für allein und "theos" für Gott. Sein Gegenbegriff ist der Polytheismus, der Glaube an viele Götter.
Monotheismus ist der Glaube an einen einzigen Gott, der die Existenz anderer Götter ausschließt. Das Wort stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus "mono" für allein und "theos" für Gott zusammen. Die bekanntesten monotheistischen Religionen sind Judentum, Christentum und Islam. Der Gegenbegriff zum Monotheismus ist der Polytheismus, der Glaube an viele Götter, wie ihn die alten Griechen, Römer und Ägypter kannten.
Die großen monotheistischen Religionen
Judentum, Christentum und Islam verbindet der Glaube an einen einzigen Gott. Nach Zahlen des Pew Research Center für das Jahr 2020 gehören ihnen zusammen mehr als die Hälfte aller Menschen an. Christen waren mit 2,3 Milliarden Gläubigen und 28,8 Prozent der Weltbevölkerung die größte Religionsgruppe. Muslime machten 25,6 Prozent aus, Juden mit 14,8 Millionen rund 0,2 Prozent.
Im Judentum steht der eine Gott am Anfang der Zehn Gebote. Im Islam bekennen sich die Gläubigen mit der Schahada zu ihm. Dieses Glaubensbekenntnis ist eine der fünf Säulen des Islam und lautet "Es gibt keinen Gott außer Gott, und Muhammad ist sein Prophet".
Im Christentum spricht man von Gott als Vater, Sohn und Heiligem Geist. Diese Lehre heißt Trinität oder Dreieinigkeit und besagt, dass Gott in drei Seinsweisen existiert. Die Theologen der Antike haben dafür die Formel "drei Personen, ein Wesen" gefunden.
Die Evangelische Kirche in Deutschland beantwortet die Frage, ob Christen wirklich nur an einen Gott glauben, mit einem klaren Ja. Vater, Sohn und Heiliger Geist sind für Christen drei Weisen, in denen der eine Gott erfahren wird, als Schöpfer, als Mensch gewordener Sohn und als gegenwärtiger Geist. Die Lehre versucht auszudrücken, dass Gott zugleich drei und einer ist.
Wie der Glaube an den einen Gott entstanden ist
Heute wirkt es selbstverständlich, dass schon das alte Israel an einen einzigen Gott geglaubt hat. Die Bibelwissenschaft sieht das anders. Die Texte des Alten Testaments zeigen einen langsamen und keineswegs geradlinigen Weg vom Polytheismus zum Monotheismus. Schon das erste Gebot, "Du sollst keine anderen Götter neben mir haben", setzt voraus, dass es andere Götter gibt, und verbietet nur, sie zu verehren.
Vom Polytheismus zum Monotheismus in der Bibel
- FrühzeitDie Religion Israels ist polytheistisch. Der Gott JHWH ist nach einigen Bibelstellen ein untergeordneter Gott in einem Götterrat, an dessen Spitze El steht. Familien und Stämme verehren eigene Schutzgötter.
- Ab dem 9. Jh. v. Chr.Die Forderung, JHWH allein zu verehren, ist durchgehend belegt. Andere Götter werden damit nicht bestritten, aber ausgeschlossen.
- KönigszeitUnter König Josia wird die Religion Judas nach und nach neu gedeutet. Der Nationalgott JHWH soll schon immer allein Anspruch auf Verehrung gehabt haben.
- ExilEin unbekannter Prophet, den die Forschung Deuterojesaja nennt, formuliert erstmals ausdrücklich, dass es nur einen Gott für alle Völker gibt und keinen anderen daneben.
Die Bibelwissenschaftlerin Michaela Bauks fasst den Befund mit einem Zitat des Theologen Bernhard Lang zusammen. Der biblische Monotheismus steht danach "nicht am Anfang, sondern am Ende der israelitisch-jüdischen Religionsgeschichte".
Warum sich der Glaube an den einen Gott danach über große Teile der Welt verbreitet hat, erklärt der Beitrag Warum hat sich der Monotheismus durchgesetzt?.
Monotheismus, Monolatrie und Henotheismus
Zwischen dem Glauben an viele Götter und dem Glauben an einen einzigen gibt es Zwischenformen, für die die Forschung eigene Begriffe verwendet.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Monotheismus | Glaube an einen einzigen Gott für alle Menschen, neben dem es keine anderen Götter gibt |
| Monolatrie | dauerhafte Verehrung nur eines Gottes, obwohl man andere Götter für existent hält, etwa eines Volksgottes |
| Henotheismus | zeitweise Verehrung eines Gottes, der unter vielen ausgewählt worden ist |
| Polytheismus | Glaube an viele Götter, die oft als Götterfamilie geordnet sind |
Echnaton und der Sonnengott Aton
Eine ähnliche Hinwendung zu einem einzigen Gott hat es schon vorher gegeben, in Ägypten unter dem Pharao Echnaton. Unter ihm ist die Sonnenscheibe Aton zum Hauptgott Ägyptens geworden, und Echnaton hat die Verehrung anderer ägyptischer Götter verboten. Nach seinem Tod ist der Aton-Kult wieder verschwunden. Die Bibelwissenschaft spricht bei dieser Amarna-Religion des 14. Jahrhunderts vor Christus eher von Henotheismus, der auf wenige Jahrzehnte begrenzt war. Der Psychoanalytiker Sigmund Freud hat sogar vermutet, Mose sei ein vertriebener Priester des Aton gewesen und habe den Monotheismus nach Israel gebracht.
Woher der Begriff kommt
Das Wort "Monotheismus" ist erstmals im 17. Jahrhundert belegt, in einem Werk des englischen Gelehrten Lord Herbert of Cherbury von 1663. Es ist damit jünger als sein Gegenbegriff "Polytheismus". In den folgenden Jahrhunderten haben Gelehrte die beiden Begriffe als Stufen einer Entwicklung gedeutet, in der der Monotheismus immer den besten Zustand darstellte. Solche Modelle gelten in der Forschung heute nicht mehr.
Verwendungsbeispiele
- "Judentum, Christentum und Islam sind monotheistische Religionen."
- "Der Monotheismus hat sich in Israel erst allmählich durchgesetzt."
- "Im Gegensatz zum Monotheismus steht der Polytheismus."
Grammatik und Aussprache
- Wortart
- Substantiv
- Genus
- maskulin, der Monotheismus
- Genitiv Singular
- des Monotheismus
- Plural
- nur im Singular gebräuchlich
- Worttrennung
- Mo-no-the-is-mus
- Herkunft
- griechisch, mono- "allein, einzig" und theós "Gott"
- Verwandte Wörter
- Monotheist, Monotheistin, monotheistisch
- Gegenwort
- Polytheismus
Was bedeutet Monotheismus?
Welche Religionen gelten als die großen monotheistischen Religionen?
Was setzt das erste Gebot "Du sollst keine anderen Götter neben mir haben" voraus?
Wie heißt die dauerhafte Verehrung nur eines Gottes, obwohl man andere Götter für existent hält?
Wie antwortet die Evangelische Kirche auf die Frage, ob Christen nur an einen Gott glauben?
Quellen 8
- Michaela Bauks, Monotheismus (AT), in: Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Deutsche Bibelgesellschaft, erstellt Mai 2007, letzte Änderung Juni 2011 · Stand 01.06.2011, abgerufen 25.09.2026
- Emrys Schlatter, Polytheismus, Version 1.0, in: Onlinelexikon Systematische Theologie, Universität Tübingen, 26. Juni 2025 · Stand 26.06.2025, abgerufen 25.09.2026
- Pew Research Center, How the Global Religious Landscape Changed From 2010 to 2020, 9. Juni 2025 · Stand 09.06.2025, abgerufen 25.09.2026
- Evangelische Kirche in Deutschland, Dreieinigkeit, Trinität, Basiswissen Glauben · abgerufen 25.09.2026
- Ralf Elger, Glaubensbekenntnis, in: Kleines Islam-Lexikon, Bundeszentrale für politische Bildung, nach der 6. Auflage 2018 · Stand 01.01.2018, abgerufen 25.09.2026
- British Museum, Ancient Egyptian gods and goddesses, Lernmaterial für Schulen (Ages 7 to 11), Eintrag Aten · abgerufen 25.09.2026
- DWDS, Monotheismus (Bedeutung nach eWDG 1974, Grammatik, Worttrennung) · abgerufen 25.09.2026
- Duden online, Monotheismus · abgerufen 25.09.2026
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quickpedia.de: "Monotheismus: Bedeutung, Beispiele und Unterschied zum Polytheismus". Stand: 25.09.2026. Online unter: https://quickpedia.de/sprache/definition/monotheismus (abgerufen am [Datum Deines Abrufs]).
quickpedia.de. (2026, 25. September). Monotheismus: Bedeutung, Beispiele und Unterschied zum Polytheismus. Abgerufen am [Datum Deines Abrufs], von https://quickpedia.de/sprache/definition/monotheismus
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