Genfer Konventionen - Was ist das?

Die Genfer Konventionen sind vier internationale Abkommen von 1949, die im Krieg Menschen schützen, die nicht oder nicht mehr kämpfen. Dazu gehören verwundete und kranke Soldaten an Land und auf See, Kriegsgefangene und Zivilisten. Die erste Genfer Konvention stammt von 1864 und geht auf den Genfer Henry Dunant zurück, der auch das Rote Kreuz angestoßen hat. Heute sind 196 Staaten den Abkommen beigetreten.
Die Genfer Konventionen, auch Genfer Abkommen genannt, sind internationale Verträge, die Regeln für den Krieg aufstellen. Sie schützen Menschen, die nicht oder nicht mehr an den Kämpfen teilnehmen, also Verwundete, Kranke, Schiffbrüchige, Kriegsgefangene und Zivilisten. Die heute gültigen vier Abkommen stammen vom 12. August 1949. Sie sind der Kern des sogenannten humanitären Völkerrechts.
Wer den Krieg angefangen hat, spielt dafür keine Rolle. Die Regeln gelten für alle Seiten, und sie sollen das Leid in einem Krieg begrenzen, nicht den Krieg selbst verhindern. Heute sind 196 Staaten den Abkommen beigetreten.
Die vier Abkommen
Jedes der vier Abkommen schützt eine andere Gruppe von Menschen.
| Abkommen | Wen es schützt |
|---|---|
| Genfer Abkommen I | verwundete und kranke Soldaten an Land |
| Genfer Abkommen II | verwundete, kranke und schiffbrüchige Soldaten auf See |
| Genfer Abkommen III | Kriegsgefangene |
| Genfer Abkommen IV | Zivilisten in Kriegszeiten |
Das vierte Abkommen war 1949 die wichtigste Neuerung. Es war eine direkte Folge des Zweiten Weltkriegs, der die Zivilbevölkerung verheerend getroffen hatte. 1977 kamen zwei Zusatzprotokolle hinzu, die unter anderem regeln, welche Mittel und Methoden im Krieg erlaubt sind. Ein drittes Zusatzprotokoll hat 2005 ein zusätzliches Schutzzeichen eingeführt, das das Internationale Komitee vom Roten Kreuz den Roten Kristall nennt.
Wie die Genfer Konventionen gewachsen sind
- 1859Henry Dunant erlebt die Folgen der Schlacht von Solferino.
- 1864Zwölf Staaten nehmen in Genf die erste Genfer Konvention an.
- 1929Ein Abkommen über Kriegsgefangene kommt hinzu.
- 1949Die vier heute gültigen Abkommen werden beschlossen.
- 1977Zwei Zusatzprotokolle ergänzen die Abkommen.
- 2005Ein drittes Zusatzprotokoll führt ein neues Schutzzeichen ein.
Henry Dunant und die erste Konvention
Die Geschichte der Genfer Konventionen beginnt auf einem Schlachtfeld. Am 24. Juni 1859 erlebte der Genfer Geschäftsmann Henry Dunant die Folgen der Schlacht von Solferino in Norditalien. 1862 veröffentlichte er darüber ein Buch mit dem Titel "Eine Erinnerung an Solferino". Darin schlug er vor, freiwillige Hilfsgesellschaften zu gründen und Verwundete im Krieg zu schützen.
Aus Dunants Idee ist 1863 eine Organisation entstanden, die seit 1876 Internationales Komitee vom Roten Kreuz heißt. Am 22. August 1864 haben zwölf europäische Staaten in Genf die erste Genfer Konvention angenommen. Sie legte auch das Zeichen fest, das die geschützten Menschen und Einrichtungen kennzeichnen sollte. Es war das rote Kreuz auf weißem Grund, das der ganzen Bewegung ihren Namen gegeben hat.
Bei der Konferenz von 1864 soll ein britischer Delegierter erklärt haben, er könne die Konvention ohne Siegel nicht unterzeichnen. Der Schweizer General Guillaume-Henri Dufour, der die Konferenz leitete, schnitt ihm daraufhin mit seinem Taschenmesser einen Knopf von der Uniform.
Wer über die Regeln wacht
Aufbewahrt werden die Verträge von der Schweiz, und Vertragspartner können nur Staaten werden. Das einzige Kontrollorgan, das die Abkommen ausdrücklich nennen, ist das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Gebunden sind die Staaten, die unterzeichnet haben, und zwar gegenüber jedem Menschen, auch gegenüber dem Gegner.
Eingehalten werden die Regeln trotzdem nicht immer. So wurde der US-Regierung nach 2001 wiederholt vorgeworfen, die Abkommen im Umgang mit Gefangenen im Lager Guantanamo auf Kuba zu verletzen. Die US-Regierung stufte die Gefangenen als "ungesetzliche Kombattanten" ein, die keine Kriegsgefangenen im Sinne des dritten Abkommens seien.
Das Genfer Protokoll von 1925 verbietet den Einsatz von Giftgas im Krieg und wird oft für ein Zusatzprotokoll der Genfer Konventionen gehalten. Das ist es aber nicht. Trotz des Namens gehört es zu einer anderen Tradition des Kriegsvölkerrechts, nämlich zu den Haager Abkommen von 1899 und 1907.
Wen schützen die Genfer Konventionen?
Wen schützt das vierte Genfer Abkommen?
Wer gab den Anstoß zur ersten Genfer Konvention?
Wann wurden die heute gültigen vier Abkommen beschlossen?
Gehört das Genfer Protokoll gegen Giftgas von 1925 zu den Genfer Konventionen?
Quellen 2
- Wikipedia, Genfer Konventionen · abgerufen 28.09.2026
- Deutsches Rotes Kreuz, Humanitäres Völkerrecht · abgerufen 28.09.2026
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quickpedia.de: "Genfer Konventionen: Was sie regeln, wen sie schützen und wie sie entstanden sind". Stand: 01.10.2026. Online unter: https://quickpedia.de/politik/genfer-konventionen (abgerufen am [Datum Deines Abrufs]).
quickpedia.de. (2026, 1. Oktober). Genfer Konventionen: Was sie regeln, wen sie schützen und wie sie entstanden sind. Abgerufen am [Datum Deines Abrufs], von https://quickpedia.de/politik/genfer-konventionen
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Danke, wir sehen uns das an.