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Kann Katzenschnurren heilen?

Eine rot getigerte Katze liegt mit geschlossenen Augen im Arm einer Frau im rot-weiß gestreiften Shirt, die ihr den Kopf streichelt
Dass Katzenschnurren Menschen heilt, ist nicht belegt (Symbolfoto: U__Photo / Shutterstock)
Die schnelle Antwort

Dass Katzenschnurren Menschen oder die Katze selbst heilt, ist nicht belegt. Katzen schnurren mit Frequenzen zwischen 25 und 150 Hertz, und Vibrationen in diesem Bereich haben im Tierversuch Knochen gestärkt. Diese Übereinstimmung ist der Ursprung der Idee. Nachgewiesen ist aber nur sie und keine Heilwirkung des Schnurrens selbst.

Dass Katzenschnurren heilt, ist nicht belegt, weder beim Menschen noch bei der Katze selbst. Die Idee hat trotzdem einen wahren Kern. Katzen schnurren mit Frequenzen zwischen 25 und 150 Hertz, und Vibrationen in diesem Bereich haben im Tierversuch Knochen gestärkt. Aus dieser Übereinstimmung ist die Vermutung entstanden, das Schnurren könnte ein eingebautes Heilmittel sein. Nachgewiesen ist aber nur die Übereinstimmung der Frequenzen, nicht eine Heilwirkung.

Wie Katzen schnurren

Schnurren ist ein tiefes, gleichmäßiges Brummen aus dem Kehlkopf, das beim Ein- und beim Ausatmen entsteht. Hauskatzen schnurren meist mit 20 bis 30 Schwingungen pro Sekunde. Was dabei im Kehlkopf genau passiert und was eine Studie von 2023 daran verändert hat, steht unter Wie schnurren Katzen?.

Warum Katzen schnurren

Am häufigsten schnurren Katzen, wenn eine Mutter ihre Jungen säugt oder wenn Menschen sie streicheln und füttern. Kätzchen schnurren beim Trinken, und die Mutter schnurrt, um sie zu beruhigen. Erwachsene Katzen nutzen das Schnurren oft zur Begrüßung und bei der gegenseitigen Fellpflege.

Manche Katzen haben außerdem gelernt, mit dem Schnurren etwas zu erreichen. Eine Studie der Universität Sussex hat 2009 gezeigt, dass Katzen beim Betteln um Futter einen hohen, klagenden Ton in ihr Schnurren mischen. Er erinnert an ein Miauen oder einen Schrei. Menschen empfanden dieses Schnurren als dringlicher und weniger angenehm, auch wenn sie selbst nie eine Katze gehalten hatten.

Irrtum: Eine schnurrende Katze ist immer zufrieden

Oft ja, aber nicht immer. Katzen schnurren auch unter Stress, etwa beim Tierarzt, und wenn sie sich von einer Verletzung erholen. Nicht jede schnurrende Katze fühlt sich also wohl. Gerade dieses Schnurren in schwierigen Momenten hat Forscher auf die Idee gebracht, dass es der Katze selbst helfen könnte.

Woher die Idee vom heilenden Schnurren kommt

Die Vermutung geht vor allem auf die amerikanische Forscherin Elizabeth von Muggenthaler zurück. Sie hat das Schnurren von 44 Katzen aufgenommen, darunter Hauskatzen, Geparden, Pumas, Ozelots und Servale. Alle haben kräftige Frequenzen zwischen 25 und 150 Hertz erzeugt. Ihre Ergebnisse hat sie 2001 als Tagungsbeitrag der Akustischen Gesellschaft Amerikas veröffentlicht.

Diese Frequenzen, so ihr Argument, entsprechen denen, die in der Medizin mit Vibrationen oder elektrischen Reizen genutzt werden. Dazu gehören Behandlungen zum Knochenwachstum, gegen Schmerzen, Schwellungen und Atemnot und zur Wundheilung. Gemessen hat sie allerdings nur die Frequenzen, nicht eine Heilwirkung. Der Titel ihres Beitrags endet mit einem Fragezeichen.

Was Vibrationen nachweislich bewirken

Dass leichte Vibrationen Knochen stärken können, zeigt ein Versuch, der 2001 in der Fachzeitschrift Nature erschienen ist. Forscher haben die Hinterbeine von Schafen regelmäßig mit einer sehr schwachen Vibration behandelt, die genau im Frequenzbereich des Schnurrens lag. Danach war die schwammartige Knochensubstanz im Oberschenkel deutlich dichter als bei unbehandelten Tieren.

30 HzFrequenz der Vibration
20 MinutenBehandlung pro Tag, ein Jahr lang
34 Prozentdichtere schwammartige Knochensubstanz im Oberschenkel als bei unbehandelten Schafen

Rubin und andere, Nature 2001

Beim Menschen ist das Bild weniger klar. Vibrationsplatten, auf die man sich stellt, werden seit Jahren gegen Knochenschwund nach den Wechseljahren untersucht. Eine Übersicht über mehrere Auswertungen solcher Studien ist 2024 zu dem Schluss gekommen, dass die Behandlung die Knochendichte nicht eindeutig verbessert. Die Autoren empfehlen sie dafür nicht. Dazu kommt ein grundsätzlicher Unterschied. In den Studien legen Geräte Stärke und Dauer der Vibration genau fest. Eine Katze, die auf dem Schoß schnurrt, ist damit nicht vergleichbar.

Tut eine Katze trotzdem gut?

Ganz ohne Befund ist die Frage nicht. Eine amerikanische Studie hat 2009 die Daten von 4.435 Menschen über 20 Jahre ausgewertet. Wer früher einmal eine Katze gehalten hatte, ist in dieser Zeit seltener an einem Herzinfarkt gestorben als Menschen, die nie eine Katze hatten. Die Autoren verweisen darauf, dass Haustiere mit weniger Stress und niedrigerem Blutdruck in Verbindung gebracht werden.

Eine solche Beobachtungsstudie zeigt allerdings nur einen Zusammenhang und keine Ursache. Menschen, die Katzen halten, können sich auch in anderen Dingen unterscheiden, die in den Daten nicht erfasst sind. Und selbst wenn Katzen der Gesundheit guttun, sagt das nichts darüber, ob es am Schnurren liegt oder an der Gesellschaft, der Ruhe und dem Streicheln.

Was hast Du gelernt?
  1. Ist belegt, dass Katzenschnurren Menschen heilt?

  2. In welchem Frequenzbereich schnurren Hauskatzen meist?

  3. Warum wird das Schnurren mit Heilung in Verbindung gebracht?

  4. Warum schnurren Katzen auch beim Tierarzt?

Quellen 8
  1. Elizabeth von Muggenthaler, The felid purr: A healing mechanism?, in: The Journal of the Acoustical Society of America, Band 110, Nr. 5, 2001, Seite 2666 · Stand 01.11.2001, abgerufen 25.09.2026
  2. Christian T. Herbst und andere, Domestic cat larynges can produce purring frequencies without neural input, in: Current Biology, 2023 · Stand 04.10.2023, abgerufen 25.09.2026
  3. Karen McComb, Anna M. Taylor, Christian Wilson, Benjamin D. Charlton, The cry embedded within the purr, in: Current Biology, Band 19, Nr. 13, 2009 · Stand 01.07.2009, abgerufen 25.09.2026
  4. Leslie A. Lyons, Why do cats purr?, Scientific American, 3. April 2006 · Stand 03.04.2006, abgerufen 25.09.2026
  5. International Cat Care, Cat Communication · abgerufen 25.09.2026
  6. Clinton Rubin und andere, Low mechanical signals strengthen long bones, in: Nature, Band 412, 2001, Seite 603 bis 604 · Stand 01.08.2001, abgerufen 25.09.2026
  7. Effects of whole-body vibration on bone mineral density in postmenopausal women: an overview of systematic reviews, in: BMC Women's Health, 2024 · Stand 01.01.2024, abgerufen 25.09.2026
  8. Adnan I. Qureshi und andere, Cat ownership and the Risk of Fatal Cardiovascular Diseases, in: Journal of Vascular and Interventional Neurology, Band 2, 2009, Seite 132 bis 135 · Stand 01.01.2009, abgerufen 25.09.2026
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quickpedia.de: "Kann Katzenschnurren heilen? Was die Vibrationen wirklich bewirken". Stand: 25.09.2026. Online unter: https://quickpedia.de/natur/tiere/katzenschnurren-heilen (abgerufen am [Datum Deines Abrufs]).

Wissenschaftlich (an APA angelehnt)

quickpedia.de. (2026, 25. September). Kann Katzenschnurren heilen? Was die Vibrationen wirklich bewirken. Abgerufen am [Datum Deines Abrufs], von https://quickpedia.de/natur/tiere/katzenschnurren-heilen

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