Wie lockt man eine Katze an?

Eine Katze kommt am ehesten, wenn man ihr die Entscheidung überlässt. Wer sich hinsetzt, sie nicht anstarrt, langsam blinzelt und ihr ruhig die Hand anbietet, macht es ihr leicht. Kommt sie, streichelt man sie am besten an Wangen, Ohransatz und Kinn und hört auf, sobald sie Anzeichen von Unbehagen zeigt.
Eine Katze lockt man am besten an, indem man sie nicht bedrängt. Wer sich hinsetzt oder hinhockt, sie nicht anstarrt, langsam blinzelt und ihr ruhig die Hand anbietet, zeigt ihr, dass keine Gefahr droht. Den Rest entscheidet die Katze. Genau das ist der Trick, denn Katzen kommen lieber, wenn sie selbst wählen dürfen, ob und wie lange sie Kontakt wollen.
Warum weniger mehr ist
Wer auf eine Katze zugeht, sich über sie beugt und sofort die Hand ausstreckt, nimmt ihr die Entscheidung ab. Schon der Blick kann dabei stören. Forscherinnen der Universität Sussex haben bei Vorversuchen beobachtet, dass Katzen direkten Blickkontakt von Menschen offenbar als Drohung empfinden können.
Wie viel Zurückhaltung bringt, hat eine Studie von 2021 im Londoner Tierheim Battersea gezeigt. 120 Besucher haben sich dort mit 100 Katzen beschäftigt, ein Teil von ihnen nach einer kurzen Anleitung, der andere ohne. Die Anleitung lautete im Kern, der Katze die Wahl zu lassen, auf ihre Körpersprache zu achten und sie nur an bestimmten Stellen zu berühren. Die Katzen der angeleiteten Besucher haben sich freundlicher verhalten, und sie haben seltener aggressiv reagiert oder Anzeichen von Unbehagen gezeigt. Die Forschenden verweisen dabei auf frühere Befunde, nach denen Katzen Kontakt lieber mögen, den sie selbst angestoßen haben.
- Hinsetzen oder hinhocken und abwarten
- Die Katze nicht anstarren, sondern den Blick abwenden oder langsam blinzeln
- Die Hand ruhig anbieten und abwarten, ob sie kommt
- Streicheln erst, wenn sie sich an Hand oder Bein reibt
- Nicht hinterhergehen, wenn sie sich entfernt
- Nach ein paar Sekunden Streicheln kurz aufhören und schauen, ob sie mehr will
Der Trick mit dem langsamen Blinzeln
Katzen kneifen die Augen langsam zusammen, wenn sie entspannt sind. Manche sprechen deshalb von einem Katzenlächeln. Eine Studie der Universitäten Sussex und Portsmouth hat 2020 gezeigt, dass Menschen dieses Signal nachahmen können. Blinzelten Halter ihre Katzen langsam an, haben die Katzen häufiger zurückgeblinzelt als ohne diese Aufforderung.
In einem zweiten Versuch hat eine fremde Person 24 Katzen langsam angeblinzelt. Danach sind die Katzen eher auf sie zugegangen, als wenn sie nur neutral geschaut hatte. Die Forscherinnen vermuten, dass das langsame Blinzeln für Katzen ein freundliches Signal ist. Es könnte auch dazu dienen, einen starren Blick zu unterbrechen, der als Drohung wirken kann.
So geht es: Die Katze aus etwas Abstand ansehen, die Augen langsam halb schließen, einen Moment so bleiben und sie wieder öffnen. Blinzelt die Katze zurück, ist das ein gutes Zeichen.
Zuwendung schlägt Leckerli
Leckerli können helfen, sind aber nicht der wichtigste Köder. In einer Studie von 2017 durften Katzen zwischen Futter, Spielzeug, Gerüchen und der Zuwendung eines Menschen wählen. Die meisten haben sich am liebsten mit dem Menschen beschäftigt. Erst danach kam das Futter. Das galt für Hauskatzen ebenso wie für Katzen aus dem Tierheim, wobei jede Katze ihre eigenen Vorlieben hatte.
Wo Katzen gern gestreichelt werden
Ist die Katze da, entscheidet die Stelle darüber, ob sie bleibt. Die meisten freundlichen Katzen mögen es am Ansatz der Ohren, an den Wangen und manche auch unter dem Kinn. Frühere Studien, darunter eine von 2015, haben gezeigt, dass Katzen auf Streicheln an Kopf und Wangen eher freundlich reagieren und am hinteren Körper eher abwehrend.
Lieber hier
Ohransatz, Wangen und bei vielen Katzen das Kinn. Dort verteilt die Katze auch selbst gern ihren Duft, wenn sie sich an etwas reibt.
Lieber nicht
Schwanzansatz und Bauch. Bei Rücken, Flanken, Beinen und Schwanz ist Vorsicht geboten und ein Blick auf die Körpersprache.
Besonders oft missverstanden wird eine Katze, die sich vor einem Menschen auf den Rücken rollt.
Nicht unbedingt. Die Leitlinien aus der Tierheim-Studie raten ausdrücklich davon ab, Katzen am Bauch zu streicheln. Auch eine Katze, die auf dem Rücken liegt, lädt damit nicht automatisch zum Kraulen ein.
Wann die Katze genug hat
Katzen zeigen meist deutlich, wenn ihnen das Streicheln zu viel wird. Wer darauf achtet, vermeidet Kratzer und behält das Vertrauen der Katze. Warnzeichen sind, wenn sie den Kopf wegdreht, die Ohren anlegt oder nach hinten dreht, den Kopf schüttelt oder sich über den Rücken ein Zucken zieht. Auch ein kurzes, plötzliches Putzen, ein Lecken über die Nase oder ein Schwanz, der heftig hin und her schlägt, gehören dazu. Dann ist es Zeit für eine Pause.
Wie reagieren Katzen auf direktes Anstarren?
Was hat die Studie von 2020 über das langsame Blinzeln gezeigt?
Wo lassen sich die meisten Katzen am liebsten streicheln?
Was sollte man tun, wenn eine Katze weggeht?
Quellen 5
- Tasmin Humphrey, Leanne Proops, Jemma Forman, Rebecca Spooner, Karen McComb, The role of cat eye narrowing movements in cat-human communication, in: Scientific Reports, Band 10, 2020, Artikel 16503 · Stand 05.10.2020, abgerufen 25.09.2026
- Camilla Haywood, Lucia Ripari, Jo Puzzo, Rachel Foreman-Worsley, Lauren R. Finka, Providing Humans With Practical, Best Practice Handling Guidelines During Human-Cat Interactions Increases Cats' Affiliative Behaviour and Reduces Aggression and Signs of Conflict, in: Frontiers in Veterinary Science, 2021 · Stand 01.01.2021, abgerufen 25.09.2026
- Kristyn R. Vitale Shreve, Lindsay R. Mehrkam, Monique A. R. Udell, Social interaction, food, scent or toys? A formal assessment of domestic pet and shelter cat preferences, in: Behavioural Processes, Band 141, 2017 · Stand 01.01.2017, abgerufen 25.09.2026
- Sarah L. H. Ellis und andere, The influence of body region, handler familiarity and order of region handled on the domestic cat's response to being stroked, in: Applied Animal Behaviour Science, Band 173, 2015, Seite 60 bis 67 · Stand 01.01.2015, abgerufen 25.09.2026
- Karen A. Moriello, MSD Veterinary Manual, Structure of the Skin in Cats · Stand 01.09.2024, abgerufen 25.09.2026
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quickpedia.de: "Katze anlocken - so kommt eine Katze von selbst zum Streicheln". Stand: 25.09.2026. Online unter: https://quickpedia.de/natur/tiere/katze-anlocken (abgerufen am [Datum Deines Abrufs]).
quickpedia.de. (2026, 25. September). Katze anlocken - so kommt eine Katze von selbst zum Streicheln. Abgerufen am [Datum Deines Abrufs], von https://quickpedia.de/natur/tiere/katze-anlocken
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Danke, wir sehen uns das an.