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Mariendistel

Ein purpurner Blütenkopf der Mariendistel, umgeben von einem Stern aus spitzen, grünen Hüllblättern mit gelblichen Dornen, im unscharfen Hintergrund weiß gemusterte Blätter
Blühende Mariendistel. Im unscharfen Hintergrund sind die weiß marmorierten Blätter zu erkennen, die ihr den Namen gegeben haben (Foto: Thanasis F / Shutterstock)
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Die Mariendistel (Silybum marianum) ist eine stachelige Distel aus dem Mittelmeerraum mit weiß geaderten Blättern. Aus ihren Früchten wird Silymarin gewonnen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur stuft Mariendistel-Präparate als traditionelles Pflanzenarzneimittel gegen Verdauungsbeschwerden und zur Unterstützung der Leberfunktion ein. Eine Wirkung auf Lebererkrankungen ist in guten Studien bisher nicht belegt.

Die Mariendistel ist eine stachelige Distel mit purpurnen Blütenköpfen und auffällig weiß geaderten Blättern. Ihr botanischer Name lautet Silybum marianum. Seit Jahrhunderten gilt sie als Heilpflanze für die Leber, und aus ihren Früchten werden bis heute Tees, Kapseln und Arzneimittel hergestellt. Die Europäische Arzneimittel-Agentur erkennt Mariendistel-Präparate als traditionelles Pflanzenarzneimittel an. Dass sie Lebererkrankungen heilen, haben gute Studien allerdings nicht gezeigt.

Eine Distel mit Milchflecken

Die Mariendistel gehört zu den Korbblütlern und ist ein- oder zweijährig. Sie wird ein bis zwei Meter hoch und trägt große, gewellte Blätter mit spitzen Dornen am Rand. Ursprünglich wächst sie in Südeuropa, Kleinasien und Nordafrika. Inzwischen kommt sie auf allen Kontinenten vor, in Mitteleuropa allerdings nur hier und da verwildert. Zu ihren nahen Verwandten gehört die Artischocke, und die Ähnlichkeit der Blütenköpfe ist kaum zu übersehen.

Ihr Name geht auf eine Legende zurück. Als Maria das Jesuskind stillte, sollen einige Tropfen ihrer Milch auf die Blätter einer Distel gefallen sein. Seitdem tragen sie die weiße Marmorierung. Aus derselben Vorstellung heraus hat man die Pflanze früher stillenden Frauen empfohlen, damit sie mehr Milch haben. Im Volksmund heißt sie deshalb auch Milchdistel oder Frauendistel.

Erkennen lässt sich die Mariendistel vor allem an ihrem Blütenkopf. Die breiten Hüllblätter darunter enden jeweils in einem langen, kräftigen Dorn und stehen wie ein Stern nach außen ab.

So sieht die Mariendistel aus

  • Blütenkopf der Mariendistel in einem Garten (Foto: Joe Kuis / Shutterstock)
  • Die Hüllblätter enden in langen, kräftigen Dornen (Foto: Primi2 / Shutterstock)
  • Purpurner Blütenkopf aus der Nähe (Foto: Bits And Splits / Shutterstock)
  • Sternförmig abstehende Hüllblätter unter der Blüte (Foto: najeebbajauri / Shutterstock)
  • Ein Insekt auf einer Mariendistel am Rand eines Getreidefelds (Foto: najeebbajauri / Shutterstock)
  • Mariendisteln an einem Feld (Foto: najeebbajauri / Shutterstock)
  • Wild wachsende Mariendistel bei Lissabon in Portugal (Foto: John Copland / Shutterstock)
  • Mehrere blühende Mariendisteln auf einer Wiese (Foto: Uunal / Shutterstock)

Was in der Mariendistel steckt

Als Heilmittel dienen die reifen, glänzend dunkelbraunen Früchte, die oft als Samen bezeichnet werden. Sie enthalten eine Gruppe von Pflanzenstoffen, die unter dem Namen Silymarin zusammengefasst wird. Der wichtigste Bestandteil heißt Silibinin. Hildegard von Bingen hat die Pflanze schon im 12. Jahrhundert erwähnt, damals noch gegen Seitenstechen. Bei Leberleiden hat sich die Mariendistel erst seit dem 18. Jahrhundert nach und nach durchgesetzt.

Gegengift aus der Distel

In einem Fall wird ein Wirkstoff der Mariendistel in der Klinik als Arzneimittel gegen eine Vergiftung eingesetzt. Silibinin gibt es als Infusion gegen Vergiftungen mit dem Knollenblätterpilz. Es hindert die Leberzellen daran, das Pilzgift erneut aufzunehmen. Diese Behandlung gehört ins Krankenhaus und hat mit Tee oder Kapseln aus der Drogerie nichts zu tun.

Was die Mariendistel nachweislich kann

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat die Mariendistel 2018 bewertet. Ihr Fachausschuss für pflanzliche Arzneimittel ist zu dem Schluss gekommen, dass Zubereitungen aus den Früchten gegen Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl und zur Unterstützung der Leberfunktion eingesetzt werden können. Vorher soll ein Arzt ernste Erkrankungen ausgeschlossen haben. Diese Einstufung beruht auf der langen Tradition. Sie bedeutet, dass die Wirkung plausibel ist und die Präparate seit mindestens 30 Jahren sicher angewendet werden.

Die klinischen Studien zu Lebererkrankungen hat der Ausschuss ebenfalls geprüft. Sie deuteten zwar auf positive Effekte hin, aber die Studien waren zu klein, zu unterschiedlich dosiert und zu schwach angelegt, um feste Schlüsse zu erlauben. Zu einem ähnlichen Ergebnis ist 2007 eine Übersichtsarbeit der Cochrane-Organisation gekommen. Bei Menschen mit alkoholbedingten Leberschäden oder Hepatitis B und C hat die Mariendistel die Sterblichkeit in den hochwertigen Studien nicht gesenkt.

Auch das amerikanische Gesundheitsinstitut NCCIH kommt in seiner Übersicht von 2025 zu dem Ergebnis, dass es nicht genug gute Studien für eindeutige Aussagen gibt. Einige kleine Studien deuten darauf hin, dass Mariendistel-Extrakte den Blutzucker bei Typ-2-Diabetes senken könnten. Die meisten davon stammen allerdings aus dem Nahen Osten, und ob sich die Ergebnisse übertragen lassen, ist offen.

Irrtum: Die Mariendistel entgiftet die Leber

Das ist eine verbreitete Vorstellung, aber belegt ist sie nicht. Im Labor und im Tierversuch hat Silymarin Leberzellen vor Giften geschützt. Beim Menschen hat sich das in guten Studien nicht bestätigt. Auch Abnehmen führen weder die Europäische Arzneimittel-Agentur noch das NCCIH als Anwendung. Wer Leberbeschwerden hat, sollte sie ärztlich abklären lassen, statt sie mit Mariendistel zu behandeln.

Nebenwirkungen und wer sie meiden sollte

Mariendistel-Präparate gelten als gut verträglich. Als Nebenwirkungen nennt die Europäische Arzneimittel-Agentur leichte Magen-Darm-Beschwerden wie Mundtrockenheit, Übelkeit, Magenreizung und Durchfall. Dazu kommen Kopfschmerzen und allergische Reaktionen bis hin zu Asthma. Wie häufig das vorkommt, ist nicht bekannt. Wer auf Korbblütler wie Kamille oder Arnika allergisch reagiert, sollte die Mariendistel meiden.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren empfiehlt die Agentur die Präparate nicht, und auch in Schwangerschaft und Stillzeit rät sie davon ab, weil Daten zur Sicherheit fehlen. Das NCCIH weist außerdem auf die schwankende Qualität von Nahrungsergänzungsmitteln hin. Manche Produkte enthielten deutlich mehr oder weniger Silymarin als angegeben, und andere waren mit Pestiziden oder Schimmelpilzgiften belastet.

Was hast Du gelernt?
  1. Woher hat die Mariendistel ihren Namen?

  2. Welcher Teil der Pflanze wird als Heilmittel verwendet?

  3. Wie stuft die Europäische Arzneimittel-Agentur Mariendistel-Präparate ein?

  4. Wogegen wird ein Wirkstoff der Mariendistel in der Klinik als Infusion eingesetzt?

Quellen 8
  1. European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products, Milkthistle fruit, Silybum marianum (L.) Gaertn., fructus, Zusammenfassung, EMA/415131/2018 · Stand 05.06.2018, abgerufen 25.09.2026
  2. European Medicines Agency, European Union herbal monograph on Silybum marianum (L.) Gaertn., fructus, EMA/HMPC/294187/2013 · Stand 05.06.2018, abgerufen 25.09.2026
  3. National Center for Complementary and Integrative Health (NIH), Milk Thistle: Usefulness and Safety · Stand 01.02.2025, abgerufen 25.09.2026
  4. Andrea Rambaldi, Bradly P. Jacobs, Christian Gluud, Milk thistle for alcoholic and/or hepatitis B or C virus liver diseases, Cochrane Database of Systematic Reviews, 2007 · Stand 17.10.2007, abgerufen 25.09.2026
  5. Forschergruppe Klostermedizin, Mariendistel, Silybum marianum Gaert. (Asteraceae) · abgerufen 25.09.2026
  6. NABU Mecklenburg-Vorpommern, Heilpflanzenporträt Mariendistel · abgerufen 25.09.2026
  7. Wang Xiaoxuan und andere, A review of the botany, phytochemistry, pharmacology, synthetic biology and comprehensive utilization of Silybum marianum, in: Frontiers in Pharmacology, 2024 · Stand 01.01.2024, abgerufen 25.09.2026
  8. Ulrich Mengs und andere, Legalon SIL: The Antidote of Choice in Patients with Acute Hepatotoxicity from Amatoxin Poisoning, in: Current Pharmaceutical Biotechnology, 2012 · Stand 01.01.2012, abgerufen 25.09.2026
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quickpedia.de: "Mariendistel - Wirkung, Herkunft und was die Forschung sagt". Stand: 25.09.2026. Online unter: https://quickpedia.de/natur/pflanzen/mariendistel (abgerufen am [Datum Deines Abrufs]).

Wissenschaftlich (an APA angelehnt)

quickpedia.de. (2026, 25. September). Mariendistel - Wirkung, Herkunft und was die Forschung sagt. Abgerufen am [Datum Deines Abrufs], von https://quickpedia.de/natur/pflanzen/mariendistel

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