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Neuronales Netz des menschlichen Gehirns - einfach erklärt

Digitale 3D-Illustration eines neuronalen Netzes: leuchtend blaue Nervenzellen, über Synapsen zu einem Netzwerk verbunden, vor dunklem Hintergrund.
Das menschliche Gehirn besteht aus etwa 100 Milliarden Nervenzellen (Illustration: InspireNest / Shutterstock)

Das neuronale Netz des menschlichen Gehirns ist ein faszinierendes und komplexes System, das die Grundlage für unser Denken, Fühlen und Lernen bildet.

Die Bausteine des neuronalen Netzes

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa 100 Milliarden Nervenzellen, auch Neuronen genannt. Diese Neuronen sind die Grundbausteine unseres Denkapparats und bilden zusammen ein riesiges Kommunikationsnetzwerk.

Aufbau eines Neurons:

  • Zellkörper (Soma): Das Zentrum der Nervenzelle, verantwortlich für die Energieversorgung.
  • Dendriten: Die "Ohren" des Neurons, die Informationen von anderen Nervenzellen empfangen.
  • Axon: Der "Mund" des Neurons, der Informationen an andere Nervenzellen weiterleitet.
Künstliche Intelligenz arbeitet nicht wie ein Gehirn

Die neuronalen Netze der KI tragen denselben Namen, sind dem Vorbild aber nur grob nachempfunden. Ein künstliches Neuron ist eine Rechenvorschrift, die Zahlen gewichtet zusammenzählt. Ein biologisches Neuron ist eine lebende Zelle mit Stoffwechsel, die Signale zeitlich getaktet abfeuert. Auch das Training unterscheidet sich: Wie eine KI aus Fehlern lernt, hat im Gehirn kein bekanntes direktes Vorbild.

Die Kommunikation im neuronalen Netz

Die Neuronen kommunizieren miteinander über sogenannte Synapsen. Diese Verbindungsstellen zwischen den Nervenzellen funktionieren wie ein hochkomplexes Nachrichtensystem.

Signalübertragung:

  • An den Synapsen werden chemische Botenstoffe wie Dopamin oder Serotonin freigesetzt.
  • Diese Botenstoffe lösen elektrische Signale in den empfangenden Neuronen aus.
  • Wenn genügend Signale eintreffen und einen bestimmten Schwellenwert überschreiten, "feuert" das Neuron und gibt die Information weiter.
100 BillionenSynapsen verknüpfen die Nervenzellen im Gehirn
1.000 bis 10.000Verbindungen unterhält eine einzelne Nervenzelle im Schnitt
120 m/serreichen Signale auf isolierten Nervenfasern, rund 430 km/h

Gängige Schätzwerte der Neurowissenschaft

Lernen und Gedächtnis im neuronalen Netz

Das Faszinierende an unserem neuronalen Netz ist seine Fähigkeit, sich ständig anzupassen und zu verändern. Diese Eigenschaft nennt man neuronale Plastizität oder Neuroplastizität.

Wie wir lernen:

  1. Neue Verbindungen: Beim Lernen werden neue Synapsen zwischen Neuronen gebildet.
  2. Verstärkung bestehender Verbindungen: Häufig genutzte Synapsen werden verstärkt, ein Prozess, der als Langzeitpotenzierung bezeichnet wird.
  3. Abbau ungenutzter Verbindungen: Synapsen, die selten genutzt werden, können sich zurückbilden.

Das Gedächtnis im neuronalen Netz

Unser Gedächtnis basiert auf der Verstärkung bestimmter synaptischer Verbindungen. Wenn wir etwas lernen oder erleben, werden spezifische Neuronenmuster aktiviert.

Gedächtnisbildung:

  • Kurzfristiges Gedächtnis: Vorübergehende Aktivierung von Neuronengruppen.
  • Langzeitgedächtnis: Dauerhafte Veränderungen in der Struktur und Stärke der Synapsen.
Was hast Du gelernt?
  1. Was geschieht an einer Synapse?
    Antwort zeigen

    Chemische Botenstoffe übertragen das Signal von einer Nervenzelle auf die nächste und lösen dort ein elektrisches Signal aus.

  2. Warum verändert Lernen das Netz?
    Antwort zeigen

    Es entstehen neue Synapsen, häufig genutzte werden verstärkt, selten genutzte bilden sich zurück.

  3. Was unterscheidet Kurzzeit vom Langzeitgedächtnis?
    Antwort zeigen

    Kurzfristig werden Neuronengruppen nur vorübergehend aktiviert, langfristig verändern sich die Synapsen dauerhaft.