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Aura

Blick auf einen Nadelwald vor Bergen, über das Bild ziehen bunte, flimmernde Lichtschlieren wie bei einer Sehstörung
So ähnlich kann eine Migräne-Aura aussehen, doch sie entsteht im Gehirn (Symbolfoto: New Africa / Shutterstock)
Die schnelle Antwort

Eine Aura ist ein vorübergehendes neurologisches Symptom, das im Gehirn entsteht, meist vor einer Migräne oder als Beginn eines epileptischen Anfalls. Die Migräne-Aura baut sich über Minuten auf, wandert und verschwindet in der Regel innerhalb einer Stunde vollständig. Ein Schlaganfall setzt dagegen schlagartig ein. Wer das nicht sicher unterscheiden kann, wählt die 112.

Eine Aura ist in der Medizin ein vorübergehendes Symptom, das im Gehirn selbst entsteht. Meist geht sie einer Migräne voraus oder ist der Beginn eines epileptischen Anfalls. Am häufigsten ist sie eine Sehstörung, etwa ein flimmernder Fleck mit gezackten Rändern, der wächst und durch das Gesichtsfeld wandert. Sie kann aber auch ein Kribbeln in Hand und Gesicht sein, eine Störung beim Sprechen oder ein seltsames Gefühl, das aus der Magengegend aufsteigt. Eine Migräne-Aura dauert in der Regel bis zu einer Stunde und verschwindet dann vollständig.

Das Wort kommt aus dem Altgriechischen und meint die Wahrnehmung eines Lufthauchs. Man könnte es auch mit "unbestimmtes Vorgefühl" übersetzen. Beides passt gut, denn eine Aura ist etwas, das man kommen spürt, bevor das Eigentliche da ist. Mit der Aura aus der Jugendsprache, der scherzhaft in Punkten gezählten Ausstrahlung, hat das nichts zu tun.

Irrtum: Die Aura ist ein Problem der Augen

Auch wenn sie sich so anfühlt, entsteht das Flimmern nicht im Auge, sondern im Gehirn. Deshalb spielt es keine Rolle, ob man mit beiden Augen schaut oder eines zuhält. Die Störung bleibt an derselben Stelle im Gesichtsfeld, und man sieht sie sogar mit geschlossenen Augen. Das Flimmerskotom, die bekannteste Form, ist ein Vorgang in der Sehrinde am Hinterkopf. Auch die Augenmigräne heißt nur so, weil man sie sieht, und nicht, weil sie vom Auge kommt.

Was im Gehirn passiert

Die Migräne-Aura lässt sich mit einer Welle erklären. 1944 hat der brasilianische Neurophysiologe Aristides Leão eine Erregungswelle beschrieben, die sich langsam über die Hirnrinde ausbreitet. Fachleute nennen sie Streudepolarisierung oder Cortical Spreading Depression. Die Welle kommt 3 bis 5 Millimeter pro Minute voran. Wo sie durchläuft, bricht die elektrische Aktivität der Nervenzellen für eine Weile fast völlig zusammen.

Genau deshalb wandert die Aura. Läuft die Welle über die Sehrinde, wandert ein Flimmern durch das Gesichtsfeld. Läuft sie über die Bereiche, die den Tastsinn verarbeiten, wandert ein Kribbeln durch die Finger und den Arm hinauf. Manchmal lösen sich die Zeichen ab, erst die Sehstörung, dann das Kribbeln und zuletzt eine Sprachstörung. Jedes einzelne Aura-Symptom dauert 5 bis 60 Minuten.

Nicht jeder Mensch mit Migräne kennt eine Aura. In etwa 15 bis 20 Prozent der Fälle geht die Migräne mit einer Aura einher, bei den übrigen kommt nur der Kopfschmerz. Umgekehrt gibt es Auren, auf die kein Kopfschmerz folgt.

Die epileptische Aura entsteht anders. Sie ist selbst ein kleiner Anfall, eine Entladung von Nervenzellen in einem eng begrenzten Bereich des Gehirns. Was man spürt, hängt davon ab, wo das passiert. Im Schläfenlappen ist es oft ein unangenehmes Gefühl, das aus der Magengegend aufsteigt, im Scheitellappen ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl und im Hinterhauptslappen eine Seherscheinung. Breitet sich die Entladung aus, folgt ein größerer Anfall. Bleibt sie auf die Stelle beschränkt, ist die Aura das einzige Zeichen.

Aura oder Schlaganfall?

Eine Migräne-Aura ist harmlos, während ein Schlaganfall ein Notfall ist. Beide können mit Sehstörungen und Kribbeln beginnen. Der wichtigste Unterschied liegt im Tempo. Die Aura nimmt langsam zu und klingt langsam wieder ab. Ein Schlaganfall setzt abrupt ein, und seine Ausfälle kommen meist alle gleichzeitig statt nacheinander.

Schema im Vergleich. Bei einer Migräne-Aura bauen sich die Zeichen langsam auf und folgen nacheinander, meist erst eine Sehstörung, dann Kribbeln, dann eine Sprachstörung. Jedes Zeichen dauert 5 bis 60 Minuten und klingt wieder ab. Bei einem Schlaganfall setzen Lähmung, hängender Mundwinkel und Sprachstörung schlagartig und gleichzeitig ein und halten Minuten bis dauerhaft an. Das ist ein Notfall, bei dem man sofort die 112 wählt.
ArtBeginnVerlaufDauerTypische ZeichenDanach
Migräne-Auraallmählich, über Minutenwandert, die Zeichen kommen nacheinander5 bis 60 Minuten je ZeichenFlimmern, Zickzacklinien, Kribbeln, Sprachstörungmeist Kopfschmerz
Epileptische Auraraschkann sich zum Anfall ausbreitenkurzaufsteigendes Gefühl aus dem Bauch, Kribbeln, Seherscheinungenoft ein Anfall, manchmal nichts
Schlaganfall oder TIAschlagartigAusfälle meist gleichzeitigMinuten bis dauerhaftLähmung, hängender Mundwinkel, verwaschene Sprache, SehverlustNotfall, sofort 112

Eine TIA ist eine vorübergehende Durchblutungsstörung im Gehirn, deren Ausfälle von selbst wieder verschwinden. Sie ist trotzdem ein Warnsignal für einen Schlaganfall und gehört genauso in die Notaufnahme.

Sofort die 112 wählen, wenn
  • die Beschwerden schlagartig einsetzen statt sich über Minuten aufzubauen
  • ein Mundwinkel hängt, wenn die Person lächeln soll
  • ein Arm absinkt, wenn die Person beide Arme nach vorn streckt
  • die Sprache verwaschen ist oder die Person nicht versteht, was man sagt
  • Aura-Zeichen länger als eine Stunde anhalten oder nicht vollständig verschwinden

Die ersten drei Punkte sind der FAST-Test. Die Buchstaben stehen für Face, Arms und Speech, also Gesicht, Arme und Sprache, und das T steht für Time. Jede Minute zählt. Der letzte Punkt hat einen eigenen Grund. Hält eine Aura länger als eine Stunde an, kann sich dahinter ein Hirninfarkt verbergen, den man migränösen Infarkt nennt.

Menschen mit Migräne mit Aura haben ein etwas höheres Risiko für einen Schlaganfall als Menschen mit Migräne ohne Aura. Kombinierte Pillen mit Östrogen erhöhen das Risiko ebenfalls. Wer eine Migräne mit Aura hat, bespricht die Verhütung deshalb am besten mit der Ärztin oder dem Arzt, besonders wenn weitere Risiken wie Rauchen oder Bluthochdruck dazukommen.

Was man tun kann

Die Aura selbst lässt sich nicht abbrechen. Triptane, die gängigen Mittel gegen die Migräneattacke, nimmt man erst, wenn der Kopfschmerz beginnt. Bei einer Migräne mit Aura heißt das, erst nachdem die Aura abgeklungen ist, denn zu früh eingenommen wirken sie schlechter.

Mehr bringt die Vorbeugung, und die beginnt bei den Auslösern. Welche es sind, ist bei jedem Menschen anders. Ein Kopfschmerztagebuch hilft, sie nach einigen Wochen zu erkennen.

Bei der Epilepsie hat die Aura eine andere Rolle. Sie kann ein Warnsignal sein, das Zeit verschafft, sich hinzusetzen, etwas Gefährliches wegzulegen oder jemanden zu rufen. Für Ärztinnen und Ärzte ist sie außerdem ein Hinweis darauf, in welchem Bereich des Gehirns der Anfall beginnt.

Was hast Du gelernt?
  1. Wo entsteht das Flimmern einer Migräne-Aura?

  2. Wie lange dauert ein einzelnes Zeichen einer Migräne-Aura?

  3. Woran unterscheidet man eine Migräne-Aura am ehesten von einem Schlaganfall?

  4. Wofür stehen die Buchstaben des FAST-Tests?

  5. Wann nimmt man bei einer Migräne mit Aura ein Triptan?

Quellen 8
  1. Wikipedia, Aura (Migräne) · abgerufen 28.09.2026
  2. Wikipedia, Migräne · abgerufen 28.09.2026
  3. Wikipedia, Streudepolarisierung · abgerufen 28.09.2026
  4. Wikipedia, Epilepsie (Abschnitt Aura) · abgerufen 28.09.2026
  5. Wikipedia, Transitorische ischämische Attacke · abgerufen 28.09.2026
  6. Wikipedia, Triptane · abgerufen 28.09.2026
  7. Neurologen und Psychiater im Netz, Migräne mit Aura: Bei ungewöhnlichen Symptomen an Schlaganfall denken · abgerufen 28.09.2026
  8. DGN und DMKG, Patientenleitlinie Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne · Stand 01.10.2025, abgerufen 28.09.2026
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Für Referat und Hausarbeit

quickpedia.de: "Aura - Was Migräne, Epilepsie und Flimmerskotom gemeinsam haben". Stand: 28.09.2026. Online unter: https://quickpedia.de/medizin/aura (abgerufen am [Datum Deines Abrufs]).

Wissenschaftlich (an APA angelehnt)

quickpedia.de. (2026, 28. September). Aura - Was Migräne, Epilepsie und Flimmerskotom gemeinsam haben. Abgerufen am [Datum Deines Abrufs], von https://quickpedia.de/medizin/aura

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