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Versteckter Zucker

Frühstückstisch mit Schoko- und Cornflakes in Schalen, einem Glas Orangensaft, Milchflasche, Marmelade, Trockenobst mit Nüssen und halbierten Orangen und Kiwis
Cerealien, Saft und Trockenobst bringen oft mehr Zucker mit, als man erwartet (Symbolfoto: voloshin311 / Shutterstock)
Die schnelle Antwort

Versteckter Zucker ist Zucker, den man in einem Lebensmittel nicht erwartet oder auf der Zutatenliste nicht erkennt. Er steckt in Soßen, Müsli, Aromawasser und Sportgetränken und heißt oft nicht Zucker, sondern Glukosesirup, Dextrose, Malzextrakt oder Süßmolkenpulver. Weil Hersteller mehrere Zuckerarten mischen, rutscht jede einzelne in der Zutatenliste nach hinten. Verlässlich ist nur die Nährwerttabelle, denn dort steht unter "davon Zucker" die Summe aller Zucker.

Versteckter Zucker ist Zucker, den man in einem Lebensmittel nicht erwartet oder auf der Zutatenliste nicht als Zucker erkennt. Er steckt in Grillsoßen, Müsli und Aromawasser, und er heißt auf der Packung oft Glukosesirup, Dextrose oder Süßmolkenpulver. Hersteller setzen ihn nicht nur wegen des Geschmacks ein. Zucker ist billig, macht haltbar, bindet Wasser und rundet das Aroma ab. Er kann sogar teurere Zutaten ersetzen, etwa einen Teil der Früchte im Joghurt.

Wer auf Zucker achten will, liest deshalb am besten zuerst die Nährwerttabelle und dann die Zutatenliste. Die Zutatenliste zeigt, welche Zucker drin sind. Nur die Nährwerttabelle zeigt, wie viel.

Wo man Zucker nicht erwartet

Bei Limonade und Schokolade überrascht niemanden, dass Zucker drin ist. Bei Soßen, Müsli und Getränken, die nach Wasser oder Sport aussehen, schon eher. Die Werte in der Tabelle sind typische Gehalte laut Produktmonitoring des Max Rubner-Instituts, also der mittlere Wert aller untersuchten Produkte. Die Getränke sind dabei nur gesüßte Varianten. Die Portionen sind Beispielgrößen.

ProduktZucker je 100 g oder mlPortionZucker je Portion
Wasser mit Aroma, gesüßt3,5 gFlasche 0,5 l18 g
Isotonisches Sportgetränk4,3 gFlasche 0,5 l22 g
Eistee5,0 gFlasche 0,5 l25 g
Fruchtschorle5,8 gFlasche 0,5 l29 g
Gesüßter Joghurt13,0 gBecher 150 g20 g
Frucht- und Nussmüsli12,1 gSchale 50 g6 g
Knuspermüsli16,0 gSchale 50 g8 g
Flakes für Kinder18,0 gSchale 50 g9 g
Currysoße10,5 g2 Esslöffel, 30 ml3 g
Senfsoße16,0 g2 Esslöffel, 30 ml5 g
Tomatenketchup18,0 g2 Esslöffel, 30 ml5 g
Barbecue-Soße27,0 g2 Esslöffel, 30 ml8 g
Süß-saure Soße42,3 g2 Esslöffel, 30 ml13 g

Der Wert für Joghurt stammt aus dem Jahr 2019, alle anderen aus den Jahren 2024 und 2025. Beim Joghurt ist ein Teil Milchzucker, beim Müsli ein Teil Zucker aus Trockenobst.

Eine süß-saure Soße besteht also zu gut zwei Fünfteln aus Zucker, eine Barbecue-Soße zu mehr als einem Viertel. Bei den Getränken summiert es sich über die Menge. Eine Flasche gesüßtes Aromawasser bringt mehr als ein Drittel der 50 Gramm, die ein Erwachsener am Tag höchstens essen sollte. Wie diese Grenze zustande kommt und wie sie sich nach Alter unterscheidet, steht im Beitrag Wie viel Zucker am Tag ist zu viel?.

Süß-saure Soße besteht zu mehr als zwei Fünfteln aus Zucker, Barbecue-Soße zu mehr als einem Viertel. Sie enthalten je 100 Gramm mehr Zucker als Müsli, Joghurt oder gesüßte Getränke.

Wie Zucker auf der Zutatenliste heißt

Steht auf der Zutatenliste "Zucker", ist nur Haushaltszucker gemeint, also Rüben- oder Rohrzucker. Alle anderen Zuckerarten werden einzeln mit ihrem eigenen Namen aufgeführt. Viele davon klingen chemisch oder harmlos. Eine Faustregel hilft. Was auf "-ose" endet, ist eine Form von Zucker.

GruppeNamen auf der Zutatenliste
ZuckerartenSaccharose, Dextrose, Glukose, Fruktose, Laktose, Maltose, Raffinose
SirupeGlukosesirup, Glukose-Fruktose-Sirup, Fruktose-Glukose-Sirup, Fruktosesirup, Stärkesirup, Invertzuckersirup, Karamellsirup
Aus GetreideMalzextrakt, Gerstenmalzextrakt, Maltodextrin
Aus MilchSüßmolkenpulver, Molkenerzeugnisse, Milchpulver
Aus ObstFruchtsaftkonzentrat, Fruchtpüree, Trockenobst, Dattelpulver, Traubenfruchtsüße, Agavendicksaft und andere Dicksäfte
WeitereHonig, Kokosblütenzucker

Maltodextrin ist ein Sonderfall. Es schmeckt kaum süß, besteht aber aus kurzen und längeren Ketten von Glukose und steckt zum Beispiel in energiereduzierten Lebensmitteln. Süßmolkenpulver dagegen besteht zu rund drei Vierteln aus Milchzucker.

Nicht in diese Liste gehören Süßstoffe wie Aspartam oder Sucralose und Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit oder Xylit. Sie stehen als Zusatzstoffe mit Namen oder E-Nummer auf der Packung und zählen nicht zum Zucker in der Nährwerttabelle. Was sie können, steht im Beitrag über Süßstoffe.

Warum die Zutatenliste täuschen kann

Die Zutaten stehen in der Reihenfolge ihrer Menge auf der Packung, die größte zuerst. Setzt ein Hersteller aber drei oder vier verschiedene Zucker ein, ist jeder einzelne nur ein kleiner Anteil. Jeder rutscht dann weiter nach hinten, obwohl zusammen viel Zucker im Produkt steckt. Wie viel von jeder Zuckerart drin ist, muss der Hersteller nicht angeben.

Irrtum: Was weit hinten in der Zutatenliste steht, ist kaum drin

Steht "Zucker" weit hinten in der Zutatenliste, kann trotzdem viel Zucker im Produkt stecken. Denn mit "Zucker" ist dort nur der zugesetzte Haushaltszucker gemeint. In der Nährwerttabelle stehen dagegen alle Zucker zusammen, auch der aus anderen Zutaten. Ein Gebäck mit Datteln kann deshalb viel Zucker enthalten, obwohl Haushaltszucker kaum drin ist, denn getrocknete Datteln bestehen zu mehr als 60 Prozent aus Zucker.

Was die Nährwerttabelle verrät

In der Nährwerttabelle steht unter "Kohlenhydrate, davon Zucker" die Summe aller Einfach- und Zweifachzucker im Produkt. Mitgezählt wird der zugesetzte Zucker ebenso wie der Milchzucker aus der Milch und der Fruchtzucker aus dem Obst. Der Wert ist deshalb bei einem Naturjoghurt nicht null, obwohl nichts zugesetzt wurde. Für den Vergleich im Supermarkt taugt er trotzdem am besten, weil er sich nicht verstecken lässt.

Tückischer ist die Prozentangabe, die viele Hersteller freiwillig daneben drucken. Sie bezieht sich auf eine Referenzmenge von 90 Gramm Zucker am Tag, die in der Lebensmittelinformationsverordnung der EU festgelegt ist. WHO und Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfehlen aber höchstens 50 Gramm freien Zucker. Ein Orangensaft, der auf der Packung 26 Prozent angibt, liefert also fast die Hälfte dessen, was empfohlen ist. Die Prozentangabe gilt außerdem für einen durchschnittlichen Erwachsenen und nie für Kinder. Manche Hersteller rechnen dazu mit kleinen Portionen, etwa 30 Gramm Müsli, damit der Zucker je Portion niedrig aussieht.

Was Werbeaussagen bedeuten

Einige Aussagen zum Zucker sind in der EU gesetzlich geregelt. Andere klingen ähnlich, versprechen aber nichts.

AussageWas sie bedeutet
zuckerfreihöchstens 0,5 g Zucker je 100 g oder 100 ml
zuckerarmhöchstens 5 g je 100 g, bei Getränken 2,5 g je 100 ml
zuckerreduziertmindestens 30 Prozent weniger Zucker als vergleichbare Produkte, bei gleicher oder geringerer Energie
ohne Zuckerzusatzkein Zucker und keine süßenden Zutaten zugesetzt, natürlicher Zucker kann trotzdem drin sein
natursüß, Süße nur aus Früchtennicht geregelt, heißt nicht ungesüßt
weniger süßnicht geregelt, heißt nicht weniger Zucker
ohne Zusatz von Süßungsmittelnkeine Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe, Zucker darf drin sein

"Zuckerfrei" heißt also nicht frei von Zucker. Ein Liter zuckerfreie Limonade darf bis zu 5 Gramm enthalten. Und ein Saft "ohne Zuckerzusatz" hat trotzdem den Zucker der Früchte, der als freier Zucker zählt. Auch "mit Traubenzucker" ist kein Gesundheitsversprechen. Traubenzucker süßt schwächer als Haushaltszucker, sodass es eher mehr davon braucht.

Was hast Du gelernt?
  1. Was ist gemeint, wenn auf der Zutatenliste nur "Zucker" steht?

  2. Warum steht Zucker in der Zutatenliste manchmal weit hinten, obwohl viel drin ist?

  3. Mit welcher Tagesmenge rechnet die Prozentangabe für Zucker auf der Packung?

  4. Was bedeutet "ohne Zuckerzusatz"?

  5. Welche dieser Zutaten ist eine Form von Zucker?

Quellen 10
  1. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (LMIV): Art. 18 (Reihenfolge der Zutaten), Anhang I Nr. 8 (Begriff Zucker), Anhang XIII Teil B (Referenzmenge 90 g Zucker) · abgerufen 02.10.2026
  2. Zuckerartenverordnung (ZuckArtV), Anlage 1: Begriffsbestimmungen der Zuckerarten · abgerufen 02.10.2026
  3. U.S. Department of Agriculture, FoodData Central: Dates, medjool (SR Legacy 168191) und Dates, deglet noor (SR Legacy 171726) · abgerufen 02.10.2026
  4. Wikipedia, Maltodextrin · abgerufen 02.10.2026
  5. Wikipedia, Molkenpulver · abgerufen 02.10.2026
  6. Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel, Anhang (zuckerfrei, zuckerarm, zuckerreduziert, ohne Zuckerzusatz) · abgerufen 02.10.2026
  7. Max Rubner-Institut, Produktmonitoring 2024, Ergebnisbericht · Stand 01.01.2025, abgerufen 28.09.2026
  8. Max Rubner-Institut, Produktmonitoring 2025, Ergebnisbericht · Stand 01.04.2026, abgerufen 28.09.2026
  9. Robert Koch-Institut, Themenblatt: Zuckergehalte von Lebensmitteln · Stand 08.12.2020, abgerufen 28.09.2026
  10. DAG, DDG und DGE, Konsensuspapier: Quantitative Empfehlung zur Zuckerzufuhr in Deutschland · Stand 01.01.2018, abgerufen 28.09.2026
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Für Referat und Hausarbeit

quickpedia.de: "Versteckter Zucker: Wo er steckt und wie er auf der Zutatenliste heißt (Tabelle)". Stand: 02.10.2026. Online unter: https://quickpedia.de/lebensmittel/versteckter-zucker (abgerufen am [Datum Deines Abrufs]).

Wissenschaftlich (an APA angelehnt)

quickpedia.de. (2026, 2. Oktober). Versteckter Zucker: Wo er steckt und wie er auf der Zutatenliste heißt (Tabelle). Abgerufen am [Datum Deines Abrufs], von https://quickpedia.de/lebensmittel/versteckter-zucker

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