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Schwarzer, grüner und weißer Tee - Was ist der Unterschied?

Tee im tulpenförmigen Glas auf einer Untertasse mit Zuckerwürfel und Löffel, dahinter ein unscharfer Sonnenuntergang über einem Feld
Tee im Tulpenglas (Symbolfoto: Valentyn Volkov / Shutterstock)
Die schnelle Antwort

Schwarzer, grüner und weißer Tee stammen alle von der Teepflanze Camellia sinensis. Den Unterschied macht die Verarbeitung nach der Ernte. Beim grünen Tee wird die Oxidation der Blätter durch Dämpfen oder Rösten verhindert, beim schwarzen Tee wird sie zugelassen. Weißer Tee wird nur gewelkt und getrocknet und ist am wenigsten verarbeitet. Oolong liegt zwischen grünem und schwarzem Tee.

Schwarzer, grüner und weißer Tee stammen alle von derselben Pflanze, der Teepflanze Camellia sinensis. Den Unterschied macht die Verarbeitung nach der Ernte, vor allem die Oxidation der Blätter. Beim grünen Tee wird sie durch Dämpfen oder Rösten verhindert, und die Blätter bleiben grün. Beim schwarzen Tee wird sie zugelassen, und die Blätter werden dunkel. Weißer Tee wird nur gewelkt und getrocknet und ist am wenigsten verarbeitet. Oolong liegt zwischen grünem und schwarzem Tee.

Die Teesorten im Vergleich

SorteVerarbeitungOxidationWasserZiehzeitKoffein je Tasse
Weißer Teegewelkt und getrocknetgering70 bis 90 °C1 bis 5 Minutenkeine einheitliche Angabe
Grüner Teegedämpft oder geröstet, gerollt, getrocknetkeine70 bis 90 °C1 bis 5 Minutenrund 30 mg
Oolonggewelkt, gerieben und geschüttelt, teilweise oxidiertteilweise75 bis 90 °C1 bis 5 Minutenkeine einheitliche Angabe
Schwarzer Teegewelkt, gerollt, oxidiert, getrocknetjakräftige Sorten sprudelnd kochendsortenabhängig, ostfriesische Mischung mindestens 5 Minutenrund 45 mg

Die Koffeinwerte sind Richtwerte des Bundesinstituts für Risikobewertung für eine Tasse mit 200 Millilitern. Wie viel Koffein tatsächlich in der Tasse landet, schwankt stark mit Sorte und Zubereitung.

Wie aus einem Blatt verschiedene Tees werden

Sobald die Zellen eines Teeblatts aufbrechen, reagieren seine Inhaltsstoffe mit dem Sauerstoff der Luft. Diese Oxidation entscheidet über Farbe und Geschmack.

Beim schwarzen Tee welken die frischen Blätter zuerst gut belüftet. Danach werden sie gerollt, damit die Zellwände aufbrechen und ätherische Öle austreten. Dann oxidieren sie an feuchtwarmer Luft, bis sie eine kupferrote Farbe annehmen, und werden anschließend getrocknet. Dabei wandeln sich die Catechine im Blatt teilweise in größere Verbindungen um, die Theaflavine und Thearubigine. Sie geben dem schwarzen Tee Farbe und Kraft.

Beim grünen Tee wird die Oxidation verhindert. Die Blätter werden dafür erhitzt, in Japan meist mit Wasserdampf, in China meist in der Pfanne. Danach werden sie gerollt und getrocknet. Grüner Tee behält deshalb deutlich mehr Catechine als schwarzer, und Theaflavine lassen sich in ihm nicht nachweisen. Chinesische, in der Pfanne geröstete Sorten schmecken oft leicht rauchig oder blumig, japanische, gedämpfte Sorten eher grasig und frisch.

Weißer Tee ist am wenigsten verarbeitet. Die Blätter werden gewelkt und getrocknet, die Blattstruktur bleibt weitgehend erhalten. Seinen Namen hat er von dem feinen hellen Flaum auf den jungen Blättern und Knospen. Er schmeckt mild und blumig, weil er weniger Gerbstoffe enthält. Für ein Kilogramm hochwertigen weißen Tee wie Yin Zhen braucht es rund 30.000 von Hand gepflückte Knospen.

Oolong ist teilweise oxidiert. Die Blätter welken in der Sonne und werden dann immer wieder leicht gerieben und geschüttelt, sodass der austretende Saft mit Sauerstoff reagiert. Je nachdem, wie lange das dauert, schmeckt ein Oolong mehr nach grünem oder mehr nach schwarzem Tee.

Matcha und Pu-Erh

Matcha ist fein gemahlener grüner Tee. Die Teesträucher werden vor der Ernte meist rund vier Wochen beschattet, danach werden die Blätter gedämpft, getrocknet und in Steinmühlen gemahlen. Weil man das ganze Blatt als Pulver trinkt, enthält Matcha je Gramm Pulver etwa 19 bis 44 Milligramm Koffein. Pu-Erh dagegen wird nach der Herstellung noch einmal nachfermentiert. Er ist dadurch deutlich dunkler als der in Europa übliche schwarze Tee.

Koffein im Tee

Balkendiagramm: Koffein je Portion. Eine Tasse Filterkaffee liefert 90 mg, ein Espresso und eine Dose Energy Drink je 80 mg, schwarzer Tee 45 mg, Cola 35 mg, grüner Tee 30 mg, Kakao bis 35 mg.

Alle echten Tees enthalten Koffein. Die Namen Tein, Teein und Thein bezeichnen denselben Stoff, sie wurden früher nur im Zusammenhang mit Tee verwendet. Eine Tasse schwarzer Tee liefert im Mittel rund 45 Milligramm und eine Tasse grüner Tee rund 30 Milligramm. Eine Tasse Filterkaffee kommt zum Vergleich auf rund 90 Milligramm. Beim grünen Tee schwankt der Gehalt je nach Sorte deutlich. Die japanischen Sorten Gyokuro und Sencha liegen besonders hoch, Bancha und Kukicha besonders niedrig. Wie Koffein im Körper wirkt, erklärt unser Beitrag zum Koffein, und wie viel in anderen Getränken steckt, zeigt die Tabelle zum Koffeingehalt.

Irrtum: Die Ziehzeit entscheidet sicher, ob Tee anregt oder beruhigt

Die Regel "kurz gezogen regt an, lang gezogen beruhigt" ist verbreitet, aber nicht gesichert. Gesichert ist nur, dass das Koffein von Anfang an in Lösung geht und andere Stoffe erst nach zwei bis drei Minuten. Mit längerer Ziehzeit gelangen mehr Gerbstoffe in den Tee. Sie können einen Teil des Koffeins binden und wirken beruhigend auf Magen und Darm. Ob der Tee dadurch tatsächlich weniger anregt, ist nicht geklärt.

Warum Kräutertee kein Tee ist

Streng genommen darf nur ein Aufguss aus der Teepflanze Tee heißen. Nach der internationalen Norm ISO 3720 gelten Aufgüsse aus Kräutern, Früchten oder Gewürzen als teeähnliche Erzeugnisse. Im Alltag heißen Pfefferminz-, Kamillen- und Früchtetee trotzdem Tee, und das schon seit dem frühen 18. Jahrhundert. Nach Europa kam Tee aus der Teepflanze Anfang des 17. Jahrhunderts. 1610 brachte die Niederländische Ostindien-Kompanie zum ersten Mal eine Schiffsladung mit, und das war grüner Tee.

Tee in Ostfriesland

In Deutschland hat sich nur in Ostfriesland eine eigene Teekultur entwickelt. Getrunken wird kräftiger schwarzer Tee, der mindestens fünf Minuten zieht. In die Tasse kommt zuerst ein Kluntje, ein großes Stück Kandis, dann der Tee und zum Schluss ein Tropfen Sahne. Umgerührt wird traditionell nicht. Im Dezember 2016 hat die Deutsche UNESCO-Kommission die ostfriesische Teekultur in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Laut Deutschem Teeverband hat jeder Ostfriese 2016 im Schnitt rund 300 Liter Tee getrunken, etwa das Elffache des deutschen Durchschnitts. Das wäre der größte Teeverbrauch pro Kopf weltweit. Recherchen der ARD halten diese Zahl allerdings für statistisch fragwürdig.

Was hast Du gelernt?
  1. Was unterscheidet grünen von schwarzem Tee?

  2. Woher hat weißer Tee seinen Namen?

  3. Wo liegt Oolong?

  4. Was ist Teein?

  5. Welcher Tee kam 1610 als erster nach Europa?

Quellen 10
  1. Deutscher Teeverband, Alles aus der Teepflanze · abgerufen 27.09.2026
  2. Deutscher Teeverband, Die Zubereitung · abgerufen 27.09.2026
  3. Bundesinstitut für Risikobewertung, Fragen und Antworten zu Koffein und koffeinhaltigen Lebensmitteln · Stand 05.01.2026, abgerufen 27.09.2026
  4. Wikipedia, Tee · abgerufen 27.09.2026
  5. Wikipedia, Grüner Tee · abgerufen 27.09.2026
  6. Wikipedia, Schwarzer Tee · abgerufen 27.09.2026
  7. Wikipedia, Weißer Tee · abgerufen 27.09.2026
  8. Wikipedia, Oolong · abgerufen 27.09.2026
  9. Wikipedia, Matcha · abgerufen 27.09.2026
  10. Wikipedia, Ostfriesische Teekultur · abgerufen 27.09.2026
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Wissenschaftlich (an APA angelehnt)

quickpedia.de. (2026, 2. Oktober). Schwarzer, grüner und weißer Tee: Was ist der Unterschied? (Tabelle). Abgerufen am [Datum Deines Abrufs], von https://quickpedia.de/lebensmittel/schwarzer-gruener-weisser-tee

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