Warum sind Energy Drinks ungesund?

Ungesund an Energy Drinks sind vor allem zwei Zutaten. Eine große Dose mit 500 Millilitern enthält rund 55 Gramm Zucker und 160 Milligramm Koffein. Taurin, Glucuronolacton und Inosit gelten in den erlaubten Mengen als unbedenklich. Riskant wird es, wenn viele Dosen zusammenkommen oder Alkohol, wenig Schlaf und körperliche Anstrengung dazukommen.
Energy Drinks sind vor allem wegen zweier Zutaten ungesund, wegen des Zuckers und wegen des Koffeins. Eine große Dose mit 500 Millilitern enthält rund 55 Gramm Zucker und 160 Milligramm Koffein. Die Zusätze, mit denen die Dosen werben, sind das kleinere Problem. Taurin, Glucuronolacton und Inosit gelten in den erlaubten Mengen als unbedenklich. Wirklich riskant wird es, wenn jemand sehr viel davon trinkt oder Alkohol, wenig Schlaf und körperliche Anstrengung dazukommen.
Was in der Dose steckt
Energy Drinks sind koffeinhaltige Erfrischungsgetränke mit mindestens einem weiteren Stoff wie Taurin, Glucuronolacton oder Inosit. Dazu kommen Zucker oder Süßungsmittel, Säuerungsmittel wie Citronensäure und Kohlensäure. Für Koffein und die drei Zusätze gelten in Deutschland Höchstmengen.
| Zutat | Höchstmenge je Liter | In einer 500-ml-Dose höchstens | Einschätzung |
|---|---|---|---|
| Koffein | 320 mg | 160 mg | eigentlicher Wirkstoff, Wirkung und Risiko hängen an Menge und Person |
| Taurin | 4.000 mg | 2.000 mg | in dieser Menge unbedenklich |
| Glucuronolacton | 2.400 mg | 1.200 mg | in dieser Menge unbedenklich |
| Inosit | 200 mg | 100 mg | - |
| Zucker | - | rund 55 g | mehr als das Doppelte des WHO-Richtwerts von 25 g am Tag |
| Säuerungsmittel | - | - | greifen den Zahnschmelz an |
Koffein, der eigentliche Wirkstoff
Koffein ist der Grund, warum Menschen Energy Drinks trinken, und es wirkt tatsächlich. Es regt das Herz-Kreislauf-System und das zentrale Nervensystem an. Konzentration und Aufmerksamkeit steigen, und auch die körperliche Leistungsfähigkeit kann zunehmen. Das liegt an seiner Ähnlichkeit mit Adenosin. Dieser Botenstoff entsteht, während die Nervenzellen arbeiten, und signalisiert ihnen, langsamer zu machen. Koffein besetzt dieselben Rezeptoren, ohne sie zu aktivieren. Das Bremssignal kommt deshalb nicht an.
Wie stark jemand auf Koffein reagiert, ist sehr unterschiedlich. Wie lange die Wirkung anhält und wie schnell der Körper den Stoff abbaut, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Auch die Gene spielen mit, denn den Adenosin-Rezeptor gibt es in mehreren Varianten. Ob unerwünschte Wirkungen auftreten, hängt deshalb vor allem von der persönlichen Empfindlichkeit und von der Menge ab.
Hinzu kommt die Gewöhnung. Wer regelmäßig Koffein aufnimmt, spürt einen Teil der Wirkung nach einer Weile schwächer oder gar nicht mehr. Als Erklärung gilt, dass die Nervenzellen mehr Adenosin-Rezeptoren bilden und das Bremssignal so wieder ankommt. Vollständig verstanden ist der Mechanismus noch nicht. Wer nach regelmäßig hohem Konsum plötzlich aufhört, kann Kopfschmerzen bekommen und sich müde fühlen.
Eine kleine Dose mit 250 Millilitern enthält rund 80 Milligramm Koffein, und in einer großen mit 500 Millilitern sind es 160 Milligramm. Für gesunde Erwachsene hält die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bis zu 200 Milligramm auf einmal und bis zu 400 Milligramm über den Tag verteilt für unbedenklich. Schwangere und Stillende sollen am Tag nicht mehr als 200 Milligramm aufnehmen, und für Kinder und Jugendliche liegt die Grenze bei 3 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht. Ein Jugendlicher mit 50 Kilogramm kommt damit auf 150 Milligramm am Tag, und eine große Dose liegt schon darüber. Die Werte für jedes Gewicht stehen im Beitrag Wie viele Dosen Energy Drink sind zu viel?.
Wer deutlich mehr Koffein aufnimmt, als der eigene Körper verträgt, kann Herzklopfen, Kurzatmigkeit, Muskelzittern, Übelkeit, Angstzustände oder Nervosität bekommen. Bei manchen zeigen sich auch Veränderungen im EKG. Ob und ab welcher Menge das passiert, ist von Person zu Person verschieden. Lebensgefährlich sind erst mehrere Gramm. Fünf bis zehn Gramm Koffein können zu einem akuten Kreislaufversagen führen. Das entspräche mehr als 30 großen Dosen.
Was Koffein im Körper bewirkt, erklärt der Beitrag zum Koffein. Wie viel Koffein Kaffee, Tee und Cola im Vergleich enthalten, steht in unserer Tabelle zum Koffeingehalt.
Zucker, der unterschätzte Teil
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, weniger als 10 Prozent der täglichen Energie aus freiem Zucker zu beziehen. Noch besser wären weniger als 5 Prozent oder rund 25 Gramm am Tag. Eine große Dose Energy Drink liefert mit rund 55 Gramm mehr als das Doppelte davon. So viel Zucker begünstigt Übergewicht und Diabetes und schadet den Zähnen. Beim Sport hat der Zucker einen weiteren Nachteil. Er kann verzögern, dass der Körper die Flüssigkeit über den Darm aufnimmt.
Welche Zuckerarten es gibt und was der Körper aus ihnen macht, steht im Beitrag zum Zucker.
Was zuckerfreie Dosen ändern
Zuckerfreie Energy Drinks sind mit Süßstoffen wie Sucralose oder mit Zuckeraustauschstoffen wie Erythrit gesüßt. Sie haben deshalb weniger Kalorien, doch am Koffein ändert sich nichts. Ob die Süßungsmittel auf Dauer schaden, ist nicht abschließend geklärt, und die Studienlage dazu ist uneinheitlich. Mehr dazu steht im Vergleich der Süßstoffe.
Unabhängig vom Zucker enthalten Energy Drinks oft Säuerungsmittel wie Citronensäure. Sie greifen den Zahnschmelz an und erhöhen das Risiko für Karies.
Taurin und die anderen Zusätze
Taurin, Glucuronolacton und Inosit stehen groß auf der Dose, spielen für die Gesundheit aber die kleinste Rolle. Die EFSA hat 2009 festgestellt, dass Taurin und Glucuronolacton bei regelmäßigem Konsum von Energy Drinks kein Sicherheitsproblem sind. Die Gesundheitsprobleme, von denen junge Menschen berichtet hatten, führte sie auf die bekannten Nebenwirkungen von zu viel Koffein zurück. 2015 kam sie außerdem zu dem Ergebnis, dass Taurin in der üblichen Menge die Sicherheit von 200 Milligramm Koffein nicht verändert.
Das Taurin in Energy Drinks wird industriell hergestellt. Seinen Namen hat der Stoff vom lateinischen und griechischen Wort für Stier, weil Leopold Gmelin und Friedrich Tiedemann ihn 1827 aus Ochsengalle isoliert haben. Auch der menschliche Körper bildet Taurin selbst.
Was die EDKAR-Studie über das Herz sagt
Ob viele Energy Drinks auf Dauer dem Herzen schaden, hat das Bundesinstitut für Risikobewertung zusammen mit der Charité untersucht. Die EDKAR-Studie lief von März 2022 bis Mai 2024 an Berliner Schulen. Als Vieltrinker galt, wer seit mindestens einem Jahr an mindestens vier Tagen in der Woche Energy Drinks trank und dabei über 3 Milligramm Koffein je Kilogramm Körpergewicht kam. Ärztinnen und Ärzte haben diese Jugendlichen und eine Kontrollgruppe ohne Energy Drinks untersucht, ohne zu wissen, wer zu welcher Gruppe gehörte.
EDKAR-Studie von BfR und Charité, 2022 bis 2024
Wurden Rauchen, Alkohol, Sport und andere Einflüsse herausgerechnet, unterschieden sich Blutdruck, EKG und Herzstruktur der beiden Gruppen nicht. Eine Entwarnung für später ist das nicht. Die Studie hat die Jugendlichen nur einmal untersucht und sagt nichts darüber, ob sich Folgen erst in späteren Jahren zeigen. Deutlich war der Unterschied an anderer Stelle. Die Vieltrinker schliefen viel weniger, rauchten häufiger Tabak oder Marihuana und tranken häufiger Alkohol. Wie viel Schlaf in welchem Alter empfohlen wird, zeigt unsere Tabelle zur Schlafdauer.
Wann es wirklich riskant wird
Gefährlich wird es vor allem, wenn mehrere Umstände zusammenkommen.
- sehr viele Dosen in kurzer Zeit
- Alkohol dazu
- wenig Schlaf
- starke körperliche Anstrengung
Mit Alkohol ist die Mischung besonders heikel. Das Koffein überdeckt die Wirkung des Alkohols, und wer beides trinkt, fühlt sich deutlich weniger betrunken und merkt Müdigkeit und Erschöpfung nicht richtig. Dazu können sich die Wirkungen beider Stoffe auf Herz und Kreislauf gegenseitig verstärken. In Fallberichten sind nach viel Energy Drink zusammen mit Alkohol, Drogen oder intensivem Sport schwere Herzrhythmusstörungen beschrieben, teils mit tödlichem Ausgang. Was davon die Ursache war, lässt sich aus solchen Berichten nicht ableiten.
Beim Sport allein ist die Lage entspannter. Für gesunde Erwachsene sind bis zu 200 Milligramm Koffein auch dann kein Risiko, wenn sie weniger als zwei Stunden vor einer intensiven Belastung getrunken werden.
Warnhinweis statt Verkaufsverbot
Seit 2014 müssen Getränke mit mehr als 150 Milligramm Koffein je Liter den Hinweis "Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen." tragen. Ein Verkaufsverbot an Minderjährige gibt es in Deutschland nicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat 2019 vor allem mehr Aufklärung empfohlen, besonders an Schulen. In Polen dürfen Energy Drinks dagegen seit Anfang 2024 nicht mehr an Jugendliche unter 18 Jahren verkauft werden. Welche Länder den Verkauf an Jugendliche noch verbieten, zeigt unsere Übersicht der Verkaufsverbote.
Ob auch die Dose selbst ein Risiko ist, beantwortet unser Beitrag zu Aluminium in Getränkedosen.
Welche beiden Zutaten machen Energy Drinks vor allem ungesund?
Wie viel Koffein darf ein Liter Energy Drink in Deutschland höchstens enthalten?
Wie viel Zucker steckt ungefähr in einer großen Dose mit 500 Millilitern?
Was hat die EDKAR-Studie bei jugendlichen Vieltrinkern gefunden?
Warum wirkt Koffein bei regelmäßigem Konsum schwächer?
Woher hat Taurin seinen Namen?
Quellen 11
- Bundesinstitut für Risikobewertung, Fragen und Antworten zu Koffein und koffeinhaltigen Lebensmitteln, einschließlich Energy Drinks · Stand 05.01.2026, abgerufen 27.09.2026
- Bundesinstitut für Risikobewertung, Übermäßiger Konsum von Energy Drinks erhöht Gesundheitsrisiko bei Kindern und Jugendlichen · Stand 27.05.2019, abgerufen 27.09.2026
- Bundesinstitut für Risikobewertung, Energy Drinks: Wann besteht ein Risiko? · Stand 10.02.2016, abgerufen 27.09.2026
- Bundesinstitut für Risikobewertung, EDKAR-Studie: Wie wirkt sich ein chronisch hoher Energy-Drink-Konsum auf das Herz-Kreislauf-System Jugendlicher aus? · Stand 08.12.2025, abgerufen 27.09.2026
- Max Rubner-Institut, Zuckergehalte von zuckergesüßten Erfrischungsgetränken: Differenzierung von Produktuntergruppen und Berechnung von Quartilen (Energy Drinks: Median 11,0 g Zucker je 100 ml) · Stand 11.09.2018, abgerufen 02.10.2026
- Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung (FrSaftErfrischGetrV), Anlage 8: Höchstmengen für koffeinhaltige Erfrischungsgetränke und Energydrinks · abgerufen 02.10.2026
- Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel (LMIV), Anhang III Nr. 4.1 · abgerufen 02.10.2026
- EFSA, EFSA adopts opinion on two ingredients commonly used in some energy drinks · Stand 12.02.2009, abgerufen 27.09.2026
- WHO, WHO calls on countries to reduce sugars intake among adults and children · Stand 04.03.2015, abgerufen 27.09.2026
- Wikipedia, Coffein · abgerufen 27.09.2026
- Wikipedia, Taurin · abgerufen 27.09.2026
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quickpedia.de: "Warum sind Energy Drinks ungesund? Zucker, Koffein und die übrigen Zutaten". Stand: 02.10.2026. Online unter: https://quickpedia.de/lebensmittel/energy-drinks-ungesund (abgerufen am [Datum Deines Abrufs]).
quickpedia.de. (2026, 2. Oktober). Warum sind Energy Drinks ungesund? Zucker, Koffein und die übrigen Zutaten. Abgerufen am [Datum Deines Abrufs], von https://quickpedia.de/lebensmittel/energy-drinks-ungesund
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