Weberaufstände - Was war das?

Weberaufstände waren Unruhen von Webern im 18. und 19. Jahrhundert, die sich gegen sinkende Löhne und Ausbeutung durch Kaufleute und frühe Fabrikanten richteten. Am bekanntesten ist der Schlesische Weberaufstand vom 4. bis 6. Juni 1844 in Peterswaldau und Langenbielau, den preußisches Militär niederschlug. Er war nicht der erste, aber er erregte großes Aufsehen, auch durch Heinrich Heines Gedicht "Die schlesischen Weber" und später Gerhart Hauptmanns Drama "Die Weber".
Weberaufstände waren Unruhen von Webern, vor allem im 18. und 19. Jahrhundert. Die Weber wehrten sich gegen sinkende Löhne und gegen die Kaufleute und frühen Fabrikanten, von denen sie wirtschaftlich abhängig waren. Oft kam es dabei zu Plünderungen und zur Zerstörung von Maschinen. Am bekanntesten ist der Schlesische Weberaufstand von 1844.
Solche Aufstände hat es an vielen Orten gegeben, schon im Mittelalter, etwa den Kölner Weberaufstand von 1369 bis 1371. Historiker gehen davon aus, dass sie meist keinen politischen Hintergrund hatten. Den Webern ging es ums Überleben.
Warum die Weber in Not gerieten
Die meisten Weber arbeiteten zu Hause, im sogenannten Verlagssystem. Ein Kaufmann, der Verleger, lieferte ihnen das Garn, kaufte ihnen die fertigen Stoffe zu einem vereinbarten Preis ab und verkaufte sie weiter. Er hatte das Geld, den Überblick über den Markt und die Kontakte. Der Weber war nur noch Produzent und seinem Verleger fast ausgeliefert.
Ab dem Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Lage immer schlechter. Den Webern gingen durch Kriege ausländische Absatzmärkte verloren, billige Fabrikware aus England drängte auf den Markt, und die Industrialisierung machte Stoffe billiger. Die Verleger zahlten immer weniger, und oft zahlten sie nicht einmal in bar, sondern verrechneten mindestens die Hälfte des Lohns mit dem gelieferten Garn. Viele Weberfamilien verarmten.
Der Schlesische Weberaufstand von 1844
In Schlesien kam hinzu, dass viele Menschen noch an Gutsherren gebunden waren und ihnen Abgaben zahlen mussten. Die Weber versuchten, den Preisverfall durch mehr Arbeit auszugleichen, mit längeren Arbeitstagen und mit Kinderarbeit. Es reichte trotzdem nicht.
Am 3. Juni 1844 zogen etwa 20 Weber aus Peterswaldau vor die Fabrik der Gebrüder Zwanziger, die die Löhne gekürzt hatten. Dabei sangen sie ein Spottlied, das "Blutgericht". Die Zwanzigers ließen den Zug vertreiben und einen der Weber verhaften. Am nächsten Tag schlossen sich fast alle Heimweber der Umgebung einem Protestzug an. Sie stürmten das Haus der Zwanzigers und zerstörten die Einrichtung, das Lager und die Fabrik. Am 5. Juni zog die Menge weiter nach Langenbielau.
Inzwischen hatten die Behörden preußisches Militär geholt, und der kommandierende Offizier ließ in die Menge schießen. Zehn Männer und eine Frau wurden getötet, 24 Menschen schwer verletzt. Das schürte die Wut zunächst noch, und es kam zu Plünderungen. Am 6. Juni war der Aufstand vorbei. Die Richter zeigten bei den Urteilen erstaunlich viel Verständnis. Sie werteten die drückende Not der Weber als Milderungsgrund und blieben unter den möglichen Höchststrafen.
Die Tage des Aufstands
- 3. Juni 1844Etwa 20 Weber ziehen vor die Fabrik der Gebrüder Zwanziger.
- 4. Juni 1844Ein großer Protestzug stürmt das Haus und die Fabrik der Zwanzigers.
- 5. Juni 1844Die Menge zieht nach Langenbielau weiter.
- 6. Juni 1844Der Aufstand ist vorbei, nachdem preußisches Militär in die Menge geschossen hat.
In derselben Gegend am Eulengebirge hatte es schon 1785 und 1786, 1793 und 1798 teils größere Aufstände gegeben. In Augsburg hatten Weber 1794 das Rathaus gestürmt. Besonders war am Aufstand von 1844 etwas anderes, nämlich die große Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Zeitungen, Flugblätter und Dichter griffen ihn auf.
Was der Aufstand bewirkte
Der Weberaufstand machte die sogenannte soziale Frage bekannt, also die Frage, wie die Not der Arbeiter in der beginnenden Industrialisierung gelindert werden kann. Er hat viel dazu beigetragen, dass sich politische Meinungen bildeten, und wird deshalb oft in einem Zusammenhang mit der Revolution von 1848 gesehen.
Die preußische Regierung reagierte nervös. König Friedrich Wilhelm IV. zeigte öffentlich Mitgefühl mit den Webern, fürchtete aber einen Volksaufstand. Die Behörden versuchten, schlesische Demokraten als angebliche Anstifter zu verfolgen, obwohl keiner von ihnen an den Orten des Aufstands gewesen war.
Heinrich Heines Gedicht "Die schlesischen Weber" erschien am 10. Juli 1844 unter dem Titel "Die armen Weber" in der Zeitung "Vorwärts!" und wurde als Flugblatt in 50.000 Exemplaren in den Aufstandsgebieten verteilt. Preußen verbot es wegen seines aufrührerischen Tons. Fast 50 Jahre später schrieb Gerhart Hauptmann das Drama "Die Weber" über den Aufstand. Auch das hat die Berliner Polizei 1892 verboten, und öffentlich aufgeführt werden durfte es erst 1894.
Wogegen richteten sich die Weberaufstände?
Was war das Verlagssystem?
Wann fand der Schlesische Weberaufstand statt?
Wie endete der Aufstand?
Welches Gedicht machte den Aufstand bekannt?
Quellen 3
- Wikipedia, Weberaufstand · abgerufen 28.09.2026
- Wikipedia, Die schlesischen Weber · abgerufen 28.09.2026
- Wikipedia, Die Weber · abgerufen 28.09.2026
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quickpedia.de: "Weberaufstände: Warum die Weber rebellierten und was 1844 in Schlesien geschah". Stand: 02.10.2026. Online unter: https://quickpedia.de/geschichte/weberaufstaende (abgerufen am [Datum Deines Abrufs]).
quickpedia.de. (2026, 2. Oktober). Weberaufstände: Warum die Weber rebellierten und was 1844 in Schlesien geschah. Abgerufen am [Datum Deines Abrufs], von https://quickpedia.de/geschichte/weberaufstaende
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Danke, wir sehen uns das an.