Karl Zörgiebel - Der Berliner Polizeipräsident des Blutmai
Karl Zörgiebel war ein sozialdemokratischer Politiker aus Mainz und von 1926 bis 1930 Polizeipräsident von Berlin. Bekannt ist er vor allem als politisch Verantwortlicher für den Blutmai 1929. Er hielt an einem Demonstrationsverbot fest, und als trotzdem Tausende zur Maikundgebung der KPD zogen, schoss die Polizei. In drei Tagen starben mehr als 30 Menschen. In der Serie Babylon Berlin spielt ihn Thomas Thieme.
Karl Zörgiebel war Polizeipräsident von Berlin, als die Stadt im Mai 1929 die schwersten Unruhen der späten Weimarer Republik erlebte. Unter seiner politischen Verantwortung ging die Polizei gegen die Maikundgebungen der Kommunisten vor, und in drei Tagen starben mehr als 30 Menschen. Mit diesem Blutmai ist Zörgiebels Name bis heute verbunden.
In der Serie Babylon Berlin ist er Polizeipräsident und damit der oberste Chef von Gereon Rath.
Vom Küfer zum Polizeipräsidenten
Zörgiebel ist am 30. September 1878 in Mainz geboren, als Sohn eines Fabrikarbeiters. Er lernte Küfer, also Fassmacher, und trat 1900 der Gewerkschaft und 1901 der SPD bei. Er wurde Funktionär seines Verbands und der Partei, zuerst in Mainz, später in Köln.
Nach der Novemberrevolution 1918 saß er im Kölner Arbeiter- und Soldatenrat und danach in der Preußischen Landesversammlung. Von 1920 bis 1924 war er Abgeordneter im Reichstag. 1922 wurde er Polizeipräsident von Köln, und am 1. Oktober 1926 wechselte er als Polizeipräsident nach Berlin. Sein Stellvertreter war ab 1927 Bernhard Weiß.
Der Blutmai 1929
Der 1. Mai war für die Arbeiterbewegung ein traditioneller Kampftag, auch wenn er in der Weimarer Republik nie gesetzlicher Feiertag war. Seit Dezember 1928 galt in Berlin ein Demonstrationsverbot. Ende April 1929 weigerte sich Zörgiebel, dieses Verbot für den 1. Mai aufzuheben. Die KPD rief trotzdem zu einer Massendemonstration auf.
Am 1. Mai 1929 versuchten Tausende Demonstranten, aus den Außenbezirken in die Innenstadt zu ziehen. 13.000 Polizisten gingen gewaltsam gegen sie vor. In den Arbeitervierteln Wedding und Neukölln wurden Barrikaden errichtet, und die Polizei rief dort den Ausnahmezustand aus. Die Unruhen dauerten drei Tage.
Der Blutmai in Zahlen
Als Folge verbot die preußische Regierung den Roten Frontkämpferbund, die Kampftruppe der KPD, und das Verbot galt bald im ganzen Reich. Die Kommunisten beschimpften Zörgiebel als "Arbeitermörder". Die KPD warf der SPD Verrat an der Arbeiterbewegung vor und erklärte den Kampf gegen den sozialdemokratischen "Sozialfaschismus" zu einem Hauptziel ihrer Politik.
Nach Berlin
Im November 1930 wurde Zörgiebel in den einstweiligen Ruhestand versetzt, und Albert Grzesinski folgte ihm als Berliner Polizeipräsident. Ende 1931 wurde er Polizeipräsident von Dortmund. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 verlor er sein Amt und war vier Monate im Konzentrationslager Brauweiler bei Köln in Haft. Danach lebte er unter Beobachtung der Gestapo in Mainz.
Nach dem Krieg half er beim Neuaufbau der Polizei und war von 1947 bis 1949 Landespolizeipräsident von Rheinland-Pfalz. 1953 bekam er das Große Bundesverdienstkreuz. Am 14. März 1961 ist Karl Zörgiebel in Mainz gestorben.
Karl Zörgiebel
- 1878Am 30. September in Mainz geboren.
- 1922Polizeipräsident von Köln.
- 1926Am 1. Oktober Polizeipräsident von Berlin.
- 1929Blutmai in Berlin, mehr als 30 Tote.
- 1930Im November in den einstweiligen Ruhestand versetzt.
- 1933Entlassung und Haft im Konzentrationslager Brauweiler.
- 1947Landespolizeipräsident von Rheinland-Pfalz.
- 1961Am 14. März in Mainz gestorben.
Zörgiebel in Babylon Berlin und in den Romanen
In Babylon Berlin spielt Thomas Thieme den Polizeipräsidenten, in der ersten bis vierten Staffel. Der Blutmai gehört zum Hintergrund der ersten beiden Staffeln, die im Frühjahr 1929 spielen. Auch im ersten Roman von Volker Kutscher, "Der nasse Fisch", auf dem diese Staffeln beruhen, kommt Zörgiebel vor. Mehr über seinen Weg in der Serie verrät diese Seite nicht. Die anderen echten Menschen der Serie stehen in der Übersicht der historischen Personen in Babylon Berlin.
Der 1. Mai war für die Arbeiterbewegung ein traditioneller Tag der Kundgebungen, aber in der Weimarer Republik nie ein gesetzlicher Feiertag. Zum gesetzlichen Feiertag haben erst die Nationalsozialisten den Tag der Arbeit 1933 gemacht, als "Tag der nationalen Arbeit".
Welches Amt hatte Karl Zörgiebel beim Blutmai 1929?
Welcher Partei gehörte Zörgiebel an?
Wie viele Menschen starben beim Blutmai?
Welche Organisation wurde nach dem Blutmai verboten?
Wer spielt Zörgiebel in Babylon Berlin?
Quellen 6
- Deutsches Historisches Museum, LeMO: Blutmai 1929 · abgerufen 27.09.2026
- Deutsches Historisches Museum, LeMO: Der 1. Mai, Tag der nationalen Arbeit · abgerufen 27.09.2026
- Wikipedia, Karl Zörgiebel · abgerufen 27.09.2026
- Polizei Berlin, Weimarer Republik von 1918 bis 1933 · abgerufen 27.09.2026
- Wikipedia, Babylon Berlin (Besetzung) · abgerufen 27.09.2026
- fernsehserien.de, Babylon Berlin: Cast & Crew · abgerufen 27.09.2026
Diese Seite zitieren
quickpedia.de: "Karl Zörgiebel: der Berliner Polizeipräsident, der Blutmai 1929 und seine Rolle in Babylon Berlin". Stand: 27.09.2026. Online unter: https://quickpedia.de/geschichte/personen/karl-zoergiebel (abgerufen am [Datum Deines Abrufs]).
quickpedia.de. (2026, 27. September). Karl Zörgiebel: der Berliner Polizeipräsident, der Blutmai 1929 und seine Rolle in Babylon Berlin. Abgerufen am [Datum Deines Abrufs], von https://quickpedia.de/geschichte/personen/karl-zoergiebel
Fehler melden / Ergänzung vorschlagen
Danke, wir sehen uns das an.