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Römische Götter - Liste mit Beschreibungen

Marmorstatue eines bärtigen Mannes mit langem, lockigem Haar und Umhang über der Schulter, vor dunklem Hintergrund
An der Spitze der römischen Götter steht Jupiter, den die Römer mit dem griechischen Zeus gleichgesetzt haben (Illustration: Yueh Chiang / Shutterstock)
Die schnelle Antwort

Die römischen Götter sind die Götter, die im antiken Rom verehrt worden sind. An ihrer Spitze steht Jupiter, der zusammen mit Juno und Minerva im großen Tempel auf dem Kapitol verehrt worden ist. Viele römische Götter sind mit griechischen gleichgesetzt worden, so Jupiter mit Zeus und Venus mit Aphrodite. Einige gab es aber nur in Rom, etwa Janus, den Gott mit den zwei Gesichtern.

Die römischen Götter sind die Götter, die die Menschen im antiken Rom verehrt haben. An ihrer Spitze steht Jupiter, der Herr des Himmels, der zusammen mit seiner Frau Juno und der Göttin Minerva im großen Tempel auf dem Kapitol verehrt worden ist. Zu den wichtigsten Göttern gehören außerdem Mars, Venus, Neptun, Apollo, Diana, Vulcanus, Vesta, Merkur und Ceres. Viele von ihnen haben die Römer mit griechischen Göttern gleichgesetzt, so Jupiter mit Zeus und Venus mit Aphrodite. Einige gab es aber nur in Rom, etwa Janus, den Gott mit den zwei Gesichtern.

Römische und griechische Götter

Die Römer haben die meisten ihrer großen Götter mit griechischen gleichgesetzt. Deshalb tragen dieselben Göttergestalten heute oft zwei Namen, einen griechischen und einen römischen. Eine vollständige Übersicht, welcher römische Gott welchem griechischen entspricht, steht bei den griechischen Göttern. Nur Apollo heißt bei Griechen und Römern fast gleich.

Gleichgesetzt heißt aber nicht gleich. Ein Beispiel ist der Kriegsgott. Der griechische Ares war bei den anderen Göttern unbeliebt. Sein römisches Gegenstück Mars dagegen galt als zweitwichtigster Gott nach Jupiter und als Beschützer Roms.

Irrtum: Die römischen Götter sind nur umbenannte griechische Götter

Manche römischen Götter haben gar kein griechisches Gegenstück. Der Dichter Ovid hat den Gott Janus ausdrücklich gefragt, was für ein Gott er eigentlich sei, denn Griechenland habe keinen, der ihm gleiche. Andere wie Mars hatten in Rom eine viel größere Bedeutung als ihr griechisches Gegenstück.

Die zwölf großen Götter

Auch die Römer haben zwölf Hauptgötter verehrt. Wie wichtig sie waren, zeigt ein Fest aus dem Krieg gegen Hannibal. In der Not hat der römische Staat den Göttern drei Tage lang ein Festmahl ausgerichtet, ein Lectisternium. Dabei lagen die Götter paarweise auf sechs Polstern. Der Geschichtsschreiber Livius hat überliefert, wer neben wem lag.

PolsterGott und Göttin
1Jupiter und Juno
2Neptun und Minerva
3Mars und Venus
4Apollo und Diana
5Vulcanus und Vesta
6Merkur und Ceres

Die wichtigsten Götter

Auf Bildern erkennt man die Götter bis heute an ihren festen Zeichen, Jupiter etwa am Blitz, Neptun am Dreizack und Minerva am Helm.

Die zwölf großen Götter Roms mit ihren lateinischen Namen, in der Reihenfolge der Götterpaare bei Livius, in einer heutigen Zeichnung (Illustration: darko m / Shutterstock)
Die zwölf großen Götter Roms mit ihren lateinischen Namen, in der Reihenfolge der Götterpaare bei Livius, in einer heutigen Zeichnung (Illustration: darko m / Shutterstock)

Jupiter, Juno und Minerva

Jupiter ist der höchste Gott der Römer und herrscht über den Himmel, über Donner und Blitz und über Recht und Ordnung. Im Tempel auf dem Kapitol hieß er Jupiter Optimus Maximus, der Beste und Größte. Diesen Tempel teilte er mit Juno und Minerva, weshalb man die drei die Kapitolinische Trias nennt. Nach der Überlieferung hat der König Tarquinius Priscus mit dem Bau begonnen und der letzte König Tarquinius Superbus ihn vollendet. Eingeweiht worden ist der Tempel erst zu Beginn der Republik im Jahr 509 vor Christus. Er hatte drei Räume für die Götterbilder, und sein Unterbau maß etwa 55 mal 60 Meter.

Juno ist Jupiters Frau und die Königin der Götter, Juno Regina. Sie war ursprünglich wohl eine Göttin der Geburt, der Fruchtbarkeit und der Ehe. Minerva ist die Göttin der Weisheit und des Handwerks und entspricht der griechischen Athene.

Mars

Mars ist der Gott des Krieges und für die Römer zugleich der Beschützer ihrer Stadt. Nach der Sage ist er der Vater von Romulus und Remus. Ihre Mutter Rhea Silvia war eine Priesterin der Vesta und hat Mars als Vater der Zwillinge genannt. Nach der Überlieferung hat König Numa ihm einen eigenen Priester und zwölf Salier geweiht. Diese Priester zogen in bunten Gewändern und mit heiligen Schilden singend und tanzend durch die Stadt. Ihm gehörte außerdem der Monat März, der im alten römischen Kalender der erste Monat des Jahres war.

Janus

Janus ist ein altitalischer Gott, für den es in Griechenland kein Gegenstück gab. Er ist der Gott der Türen, der Ein- und Ausgänge und damit auch des Anfangs und des Endes. Man erkennt ihn an seinen zwei Gesichtern, mit denen er zugleich nach vorn und nach hinten schaut. Ovid beschreibt ihn mit einem Stab in der rechten und einem Schlüssel in der linken Hand.

In Rom stand ein Janustor, das nach der Überlieferung König Numa als Zeichen für Krieg und Frieden errichtet hat. War es offen, befand sich Rom im Krieg. War es geschlossen, herrschte ringsum Frieden. Nach Livius ist es nach Numa nur zweimal geschlossen worden, einmal nach dem Ersten Punischen Krieg und einmal unter Kaiser Augustus nach der Schlacht bei Actium.

Vesta

Vesta ist eine Göttin, die die Römer sich als Feuer vorgestellt haben. Ovid schreibt, man solle sich unter Vesta nichts anderes vorstellen als die lebendige Flamme. Er habe lange geglaubt, es gebe Bilder von ihr, bis er erfahren habe, dass unter der runden Kuppel ihres Tempels keine stehen. Gehütet haben ihren Kult die Vestalinnen, Priesterinnen, die Jungfrauen bleiben mussten. Nach Livius hat König Numa sie eingesetzt und aus der Staatskasse bezahlt.

Saturn

Saturn ist der Gott, dem die Römer im Dezember ein großes Fest gefeiert haben, die Saturnalien. Livius berichtet, wie während des Kriegs gegen Hannibal am Tempel des Saturn geopfert, ein Festmahl für die Götter und ein öffentliches Gastmahl ausgerichtet wurden. In der ganzen Stadt hat man Tag und Nacht "Saturnalia" gerufen, und das Volk sollte diesen Tag für immer als Festtag begehen.

Venus, Neptun, Merkur und die anderen

Die übrigen großen Götter entsprechen griechischen Göttern und haben dieselben Aufgaben. Venus ist die Göttin der Liebe, Neptun der Gott des Meeres und Merkur der Götterbote und Beschützer der Händler. Apollo ist für Musik, Weissagung und Heilkunst zuständig, seine Zwillingsschwester Diana für die Jagd. Vulcanus ist der Gott des Feuers und der Schmiede, Ceres die Göttin des Ackerbaus und der Ernte.

Götter in unseren Monatsnamen

Mehrere römische Götter begegnen uns bis heute jedes Jahr im Kalender. Der Januar ist nach Janus benannt, dem Gott des Anfangs. Seit Julius Caesar beginnt das Jahr mit diesem Monat und nicht mehr mit dem März, dem Monat des Mars. Der Juni heißt nach der Göttin Juno.

Zwei Monate tragen dagegen die Namen von Menschen. Der Juli ist nach Julius Caesar benannt, der August nach Kaiser Augustus. Caesar ist nach seinem Tod sogar selbst unter die Götter aufgenommen worden.

Wie Caesar zum Gott geworden ist

Nach seiner Ermordung ist Julius Caesar unter die Götter aufgenommen worden, nicht nur durch einen Beschluss, sondern auch nach dem Glauben des Volkes. Der Geschichtsschreiber Sueton erzählt, bei den ersten Spielen, die Augustus zu seinen Ehren abhielt, habe sieben Tage lang ein Komet am Himmel geleuchtet. Die Menschen hielten ihn für Caesars Seele, die in den Himmel aufgenommen worden sei. Deshalb trugen Caesars Statuen seitdem einen Stern auf dem Kopf.

Was hast Du gelernt?
  1. Welche drei Götter hat man im großen Tempel auf dem Kapitol verehrt?

  2. Was ist das Besondere an Janus?

  3. Was bedeutete es, wenn das Janustor in Rom geschlossen war?

  4. Wie hat man sich die Göttin Vesta nach Ovid vorzustellen?

  5. Nach welchem Gott ist der Monat März benannt?

Quellen 12
  1. British Museum, Gods and goddesses of the Greek and Roman pantheon, Blog, 7. Mai 2021 · Stand 07.05.2021, abgerufen 25.09.2026
  2. Musei Capitolini, Tempio di Giove Capitolino · abgerufen 25.09.2026
  3. Livius, Ab urbe condita, Buch 1, Kapitel 4, 19 und 20, lateinischer Text (The Latin Library) · abgerufen 25.09.2026
  4. Livius, Ab urbe condita, Buch 22, Kapitel 1 und 10, lateinischer Text (The Latin Library) · abgerufen 25.09.2026
  5. Ovid, Fasti, Buch 1, Verse 89 bis 100, lateinischer Text (The Latin Library) · abgerufen 25.09.2026
  6. Ovid, Fasti, Buch 6, Verse 291 bis 296, lateinischer Text (The Latin Library) · abgerufen 25.09.2026
  7. Sueton, De vita Caesarum, Divus Iulius, Kapitel 88, lateinischer Text (The Latin Library) · abgerufen 25.09.2026
  8. DWDS, Etymologie nach Wolfgang Pfeifer, Januar · abgerufen 25.09.2026
  9. DWDS, Etymologie nach Wolfgang Pfeifer, März · abgerufen 25.09.2026
  10. DWDS, Etymologie nach Wolfgang Pfeifer, Juni · abgerufen 25.09.2026
  11. DWDS, Etymologie nach Wolfgang Pfeifer, August · abgerufen 25.09.2026
  12. DWDS, Etymologie nach Wolfgang Pfeifer, Juli · abgerufen 25.09.2026
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