Keltische Götter - Liste mit Beschreibungen

Keltische Götter sind die Götter der Völker, die Griechen und Römer Kelten oder Gallier nannten und die in der Antike in weiten Teilen Europas gelebt haben. Aus Gallien kennen wir Namen wie Teutates, Esus, Taranis und Cernunnos, aus den irischen Sagen des Mittelalters Lug, den Dagda, die Morrígan und Brigid. Eigene Schriften haben die Kelten nicht hinterlassen. Mit den germanischen und nordischen Göttern haben sie nichts zu tun.
Keltische Götter sind die Götter der Völker, die Griechen und Römer Kelten oder Gallier nannten und die in der Antike in weiten Teilen Europas gelebt haben, darunter in Gallien. Auch Britannien und Irland gehörten zu ihrer Welt. Aus Gallien sind Namen wie Teutates, Esus, Taranis und Cernunnos überliefert. Aus den irischen Sagen des Mittelalters kennen wir Lug, den Dagda, die Morrígan und Brigid. Eine zusammenhängende Götterwelt wie bei den Griechen oder in der nordischen Edda gibt es für die Kelten nicht, denn sie haben keine eigenen Schriften hinterlassen. Was wir wissen, stammt aus Berichten ihrer Nachbarn, aus Inschriften und Bildern und aus Sagen, die erst viel später aufgeschrieben worden sind.
Keltische, germanische oder nordische Götter?
Kelten und Germanen waren verschiedene Völker, und ihre Götter sind verschiedene Götter. Die germanischen und nordischen Götter wie Odin, Thor oder Freyja kommen bei den Kelten nicht vor. Umgekehrt kennt die Edda weder Teutates noch Lug.
Schon Caesar hat die beiden Völker auseinandergehalten. In seinem Bericht über den Gallischen Krieg hat er die Sitten der Gallier ausführlich beschrieben und dann festgestellt, dass die Germanen sich stark davon unterscheiden. Sie hätten zum Beispiel keine Druiden, also keine Priester, die sich um die Götter kümmern.
Die Götter der Kelten und der Germanen tragen andere Namen und stehen in anderen Geschichten. Caesar war sogar überzeugt, die Germanen kennten nur Sonne, Vulcanus und Mond als Götter. Ähnlich klingt nur, was die Römer aus ihnen gemacht haben. Caesar hat über die Gallier geschrieben, sie verehrten vor allem Mercurius, und Tacitus hat später dasselbe über die Germanen geschrieben.
Woher wir die keltischen Götter kennen
Die Kelten haben keine eigenen Aufzeichnungen über ihre Religion hinterlassen. Das hatte offenbar einen Grund. Nach Caesar haben die Druiden ihre Lehre nicht aufgeschrieben, obwohl sie für andere Dinge die griechische Schrift benutzten. Ihre Schüler mussten eine große Zahl von Versen auswendig lernen, und manche blieben dafür bis zu zwanzig Jahre in der Ausbildung.
Die Zeugnisse, die geblieben sind, stammen deshalb aus zwei sehr verschiedenen Welten.
Gallien in der Antike
Griechische und römische Schriftsteller wie Caesar und Lucan, dazu Inschriften, Weihesteine und Bilder aus römischer Zeit. Sie nennen Namen, erzählen aber kaum Geschichten.
Irland im Mittelalter
Sagen, die erst Jahrhunderte nach der Antike aufgeschrieben worden sind. Sie erzählen ausführliche Geschichten, aber aus großer zeitlicher Entfernung.
Den Namen "Kelten" haben ihnen übrigens Fremde gegeben. Griechische Schriftsteller haben die Kelten zwischen 540 und 424 vor Christus zum ersten Mal erwähnt und sie Keltoi oder Galatai genannt. Die Völker selbst lebten eher in kleineren Stämmen und Gemeinschaften. Ob sie sich als ein gemeinsames Volk verstanden haben, wissen wir nicht.
Die Götter Galliens
Teutates, Esus und Taranis
Drei gallische Götter nennt der römische Dichter Lucan in seinem Epos über den römischen Bürgerkrieg. Er schreibt von Teutates, den man mit grausigem Blut besänftigt, von Esus, der mit seinen wilden Altären Schrecken verbreitet, und von Taranis, dessen Altar nicht milder sei als der Altar der skythischen Diana. Wofür die drei zuständig waren, sagt Lucan nicht. Die Stelle überliefert damit drei keltische Götternamen auf einmal.
Esus begegnet uns auch in Stein. Am Pfeiler der Schiffer von Paris, einem Weihedenkmal aus der Zeit des Kaisers Tiberius, steht sein Name neben dem Bild eines Gottes.
Cernunnos
Cernunnos gehört zu den rätselhaften keltischen Göttern, denn über ihn sind kaum Worte überliefert. Sein Name steht auf dem Pfeiler der Schiffer von Paris. Die Schiffer von Lutetia, dem römischen Paris, haben diesen Pfeiler unter Kaiser Tiberius, also zwischen 14 und 37 nach Christus, dem Jupiter geweiht. Auf ihm stehen gallische Götter wie Esus und Cernunnos neben römischen wie Jupiter, Vulcanus und Mars. Gefunden worden sind die Blöcke 1711 bei Bauarbeiten in der Kathedrale Notre-Dame. Heute stehen sie im Musée de Cluny.
Mit Cernunnos wird oft auch eine Gestalt mit Hirschgeweih verbunden, die auf dem Kessel von Gundestrup sitzt. Dieser Silberkessel ist 1891 beim Torfstechen in einem Moor in Himmerland in Dänemark gefunden worden und liegt heute im Nationalmuseum in Kopenhagen. Wo er hergestellt worden ist, ist bis heute offen.
Gallische Götter mit römischen Namen
Die meisten gallischen Götter kennen wir nur unter römischen Namen. Caesar hat sie nicht mit ihren eigenen Namen genannt, sondern mit denen der römischen Götter, die ihm ähnlich vorkamen. Am meisten verehrten die Gallier nach seinem Bericht einen Gott, den er Mercurius nennt. Von ihm gebe es die meisten Bilder, er gelte als Erfinder aller Künste, als Führer auf Wegen und Reisen und als mächtigster Helfer bei Geld und Handel. Danach kämen Apollo, der Krankheiten vertreibt, Mars, der die Kriege lenkt, Jupiter, der über den Himmel herrscht, und Minerva, die das Handwerk lehrt.
Nach Caesar hielten sich alle Gallier für Nachkommen eines Gottes der Unterwelt, den er Dis Pater nennt. Das hätten ihnen die Druiden gelehrt. Deshalb haben sie Zeiträume nicht nach Tagen, sondern nach Nächten gezählt. Auch Geburtstage, Monate und Jahre begannen bei ihnen mit der Nacht, auf die dann der Tag folgte.
Die Götter Irlands
Ausführliche Geschichten über keltische Götter gibt es nur aus Irland. Dort erzählen Sagen des Mittelalters von den Tuatha Dé Danann. So heißt das Volk, zu dem die Götter der irischen Sagen gehören. Nach der Sage ist es mit einer großen Flotte nach Irland gekommen, um das Land zu erobern. Die wichtigste dieser Sagen ist "Cath Maige Tuired", die Erzählung von der zweiten Schlacht von Mag Tuired. Sie ist in einer Handschrift überliefert, die heute in der British Library in London liegt.
Lug
Lug ist der Held der Schlacht von Mag Tuired. Seine Mutter Ethne ist die Tochter von Balor, der zu den Fomoire gehört, den Feinden der Tuatha Dé Danann. Als Lug zum Königssitz Tara kommt, lässt ihn der Torwächter zunächst nicht herein, weil es für jede Kunst, die Lug anbietet, am Hof schon einen Meister gibt. Lug fragt daraufhin, ob der König einen einzigen Mann habe, der alle diese Künste zugleich beherrscht. Den gibt es nicht, und so wird Lug eingelassen und bekommt den Beinamen Samildánach, der Meister aller Künste. In der Schlacht tötet er seinen eigenen Großvater Balor mit einem Stein aus seiner Schleuder, der Balors giftiges Auge durch den Kopf treibt.
Der Dagda
Der Dagda gehört zu den großen Gestalten der Tuatha Dé Danann. Nach der Sage hat er seinen Namen bekommen, weil er versprochen hat, alle Zauberkünste für die Schlacht allein auszuüben. Da riefen alle, er sei der Dagda, der "gute Gott". Zu seinen Schätzen gehört ein Kessel, von dem niemand ungesättigt weggegangen ist.
Die Morrígan
Die Morrígan tritt in der Sage als Kämpferin und Seherin auf. Vor der Schlacht trifft sie den Dagda an einem Fluss und sagt ihm voraus, wo die Feinde landen werden. Als Lug sie fragt, was sie in der Schlacht ausrichten könne, antwortet sie, sie könne töten und vernichten. Während des Kampfes feuert sie die Tuatha Dé Danann an, und nach dem Sieg verkündet sie ihn im ganzen Land.
Brigid
Brigid ist eine Tochter des Dagda. Ein irisches Wörterbuch aus dem Mittelalter, das Glossar des Cormac, nennt sie die Göttin, die die Dichter verehrten, weil ihr Schutz so groß war. Ihre beiden Schwestern hießen ebenfalls Brigid. Die eine war Heilerin, die andere Schmiedin.
Núadu und Dían Cécht
Núadu ist der König der Tuatha Dé Danann. In der ersten Schlacht gegen die Fir Bolg hat er eine Hand verloren. Der Arzt Dían Cécht hat ihm mit Hilfe eines Schmieds eine silberne Hand angefertigt, die sich so gut bewegen ließ wie jede andere.
Die keltischen Götter auf einen Blick
| Gott | Überliefert aus | Was wir über ihn wissen |
|---|---|---|
| Teutates | Gallien, bei Lucan | wird mit Blut besänftigt |
| Esus | Gallien, bei Lucan und auf dem Pariser Pfeiler | hat wilde Altäre |
| Taranis | Gallien, bei Lucan | Altar so grausam wie der der skythischen Diana |
| Cernunnos | Gallien, Pariser Pfeiler | Name über einem Götterbild |
| Lug | Irland, Cath Maige Tuired | Meister aller Künste, tötet Balor |
| Dagda | Irland, Cath Maige Tuired | der "gute Gott" mit dem Kessel |
| Morrígan | Irland, Cath Maige Tuired | sagt die Schlacht voraus und verkündet den Sieg |
| Brigid | Irland, Glossar des Cormac | Göttin der Dichter, Tochter des Dagda |
| Núadu | Irland, Cath Maige Tuired | König mit der silbernen Hand |
| Dían Cécht | Irland, Cath Maige Tuired | Arzt der Götter |
Warum wissen wir so wenig über die keltischen Götter?
Welche drei gallischen Götter nennt der Dichter Lucan?
Wo ist der Name Cernunnos belegt?
Welchen Beinamen bekommt Lug in der irischen Sage?
Womit haben die Gallier nach Caesar ihre Zeit gezählt?
Quellen 10
- Julia Farley, Who were the Celts?, British Museum, Blog, 13. Oktober 2015 · Stand 13.10.2015, abgerufen 25.09.2026
- Amgueddfa Cymru, Museum Wales, Who were the Celts? · abgerufen 25.09.2026
- Caesar, De bello Gallico, Buch 6, Kapitel 14, 17, 18 und 21, lateinischer Text (The Latin Library) · abgerufen 25.09.2026
- Lucan, Pharsalia (Bellum civile), Buch 1, Verse 444 bis 446, lateinischer Text (The Latin Library) · abgerufen 25.09.2026
- Musée de Cluny, Musée national du Moyen Âge, Pilier des Nautes · abgerufen 25.09.2026
- Nationalmuseet, National Museum of Denmark, The Gundestrup Cauldron · abgerufen 25.09.2026
- World History Encyclopedia, Gundestrup Cauldron · abgerufen 25.09.2026
- Cath Maige Tuired, The Second Battle of Mag Tuired, übersetzt von Elizabeth A. Gray, CELT, University College Cork · abgerufen 25.09.2026
- Sanas Chormaic, Cormac's Glossary, übersetzt von John O'Donovan, herausgegeben von Whitley Stokes, Kalkutta 1868, Eintrag Brigit (Internet Archive) · Stand 01.01.1868, abgerufen 25.09.2026
- Tacitus, De origine et situ Germanorum (Germania), Kapitel 9, lateinischer Text bei Wikisource · abgerufen 25.09.2026
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quickpedia.de: "Keltische Götter: Liste mit Namen, Beschreibungen und Quellen". Stand: 25.09.2026. Online unter: https://quickpedia.de/geschichte/mythologie/keltische-goetter (abgerufen am [Datum Deines Abrufs]).
quickpedia.de. (2026, 25. September). Keltische Götter: Liste mit Namen, Beschreibungen und Quellen. Abgerufen am [Datum Deines Abrufs], von https://quickpedia.de/geschichte/mythologie/keltische-goetter
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