Quickpedia

Indische Götter - Liste mit Beschreibungen

Riesige silbergraue Statue eines sitzenden Gottes mit Dreizack, Trommel und goldenen Schlangen auf einem Tempelbau, davor eine liegende Stierfigur und eine grüne Wiese unter blauem Himmel
Shiva steht neben Vishnu und der Göttin Shakti im Mittelpunkt des Hinduismus, hier als Statue am Murudeshwara-Tempel in Indien (Foto: saiko3p / Shutterstock)
Die schnelle Antwort

Die indischen Götter sind vor allem die Götter des Hinduismus, einer Religion, der heute rund vier von fünf Menschen in Indien angehören. Im Mittelpunkt stehen Vishnu, Shiva und die Göttin Shakti. Sehr beliebt sind außerdem Ganesha mit dem Elefantenkopf, die Glücksgöttin Lakshmi und Krishna und Rama, zwei Erscheinungsformen Vishnus. Viele Hindus verstehen die vielen Götter als Seiten eines einzigen Göttlichen.

Die indischen Götter sind vor allem die Götter des Hinduismus. Anders als die Götter der Griechen oder Germanen gehören sie zu einer Religion mit vielen Millionen Gläubigen. Bei der Volkszählung 2011 haben sich 79,8 Prozent der Menschen in Indien als Hindus bezeichnet, bei mehr als 1,2 Milliarden Einwohnern. Im Mittelpunkt stehen drei göttliche Gestalten, der Gott Vishnu, der Gott Shiva und die Göttin Shakti. Sehr beliebt sind außerdem Ganesha mit dem Elefantenkopf, die Glücksgöttin Lakshmi und Krishna und Rama, die als Erscheinungsformen Vishnus gelten.

Ein Gott oder viele?

Der Hinduismus hat keinen Gründer, keinen Propheten und niemanden, der für alle spricht. Er ist aus mehreren Wurzeln gewachsen. Eine davon sind die Veden, heilige Texte in Sanskrit, deren Hymnen Göttern gelten, die oft Naturkräfte verkörpern. Eine andere ist der Glaube an eine Muttergöttin und an die Kraft der Fruchtbarkeit, der unter den alteingesessenen Völkern Indiens verbreitet war. In der Form, die dem heutigen Hinduismus ähnelt, ist er etwa um die Zeitenwende entstanden.

Dass Hindus viele Götter verehren, verwirrt Menschen anderer Religionen oft. Fachleute sprechen dabei von Polytheismus, doch das Wort trifft nicht alles. Hindus erklären es gern mit einem Bild. Das Unendliche sei wie ein Diamant mit unzähligen Facetten. Den einen Gläubigen zieht Rama an, den anderen Krishna oder Ganesha. Wer eine Facette verehrt, bestreitet damit nicht, dass es viele andere Seiten und viele Wege zum selben Ziel gibt.

Neben Hindus verehren auch manche Jains und Buddhisten einzelne dieser Götter, etwa die Glücksgöttin Lakshmi. Alle drei Religionen sind in Indien entstanden.

Woran man die Götter erkennt

Jeder Gott hat feste Erkennungszeichen, meist Gegenstände, die er in den Händen hält. Dazu kommt ein Reittier, das man Vahana nennt. Shiva reitet auf einem Stier, Parvati auf einem Löwen und Vishnu auf Garuda, einem göttlichen Wesen, das einem Adler ähnelt. Auch die kleineren Götter haben ihr eigenes Tier. Den Feuergott Agni erkennt man zum Beispiel an seinem Widder. Auf Tempelwänden zeigt ein Reittier an, dass eine Figur ein Gott ist und kein Mensch.

Warum so viele Götter viele Arme haben

Mehrere Arme zeigen die ungeheure Kraft eines Gottes und dass er vieles zugleich tun kann. Besonders oft haben Götter sie, wenn sie gegen mächtige böse Kräfte kämpfen. Mehrere Köpfe stehen dagegen meist für verschiedene Seiten eines Gottes. Hat Shiva drei Gesichter, zeigt das mittlere sein eigentliches Wesen und die beiden äußeren seine zornige und seine glückselige Seite.

Die wichtigsten Götter

Die bekanntesten Götter erkennt man auch in stark vereinfachten Bildern an wenigen Zeichen, etwa Vishnu an Wurfscheibe und Muschelhorn, Shiva am Dreizack und Ganesha am Elefantenkopf.

Hinduistische Götter als Piktogramme, darunter Brahma, Vishnu, Shiva, Ganesha, Lakshmi, Krishna, Rama, Durga und Parvati (Illustration: Leremy / Shutterstock)
Hinduistische Götter als Piktogramme, darunter Brahma, Vishnu, Shiva, Ganesha, Lakshmi, Krishna, Rama, Durga und Parvati (Illustration: Leremy / Shutterstock)

Vishnu

Vishnu ist einer der wichtigsten Götter des Hinduismus und gilt als Beschützer. Man erkennt ihn an der Wurfscheibe, dem Chakra, und an einem Muschelhorn, die er in den Händen hält. Er trägt eine hohe Krone und reichen Schmuck, und oft begleitet ihn seine Frau Lakshmi. Nach dem Glauben der Hindus ist Vishnu in zehn Gestalten auf die Erde gekommen, den Avataren. Neun davon sind schon erschienen, der zehnte wird noch erwartet. In einer dieser Gestalten hat er den Kopf eines Wildschweins und den Körper eines Menschen.

Rama und Krishna

Rama und Krishna sind die beliebtesten Avatare Vishnus. Rama ist ein Prinz aus Ayodhya und das Vorbild eines Kriegerkönigs. Von ihm erzählt das große Epos Ramayana. Krishna ist der Kuhhirtenprinz, den die Hirtenmädchen von Brindavan lieben. In der Bhagavad Gita, einem berühmten philosophischen Gedicht, ist er der Lehrer des Helden Arjuna. Bekannt ist auch die Geschichte, wie Krishna den Schlangenkönig Kaliya bezwingt.

Shiva

Shiva gilt als Schöpfer, Beschützer und Zerstörer zugleich. Er trägt einen Dreizack. Oft liegt eine Schlange wie ein Schal um seinen Körper, und in seinem hochgesteckten Haar sitzen ein Totenschädel und die Mondsichel. Ein drittes Auge auf der Stirn steht dafür, dass er alles sieht. Shiva ist ein großer Tänzer und trägt deshalb den Beinamen Nataraja, Herr des Tanzes. Er ist auch der große Yogi, der Äonen lang meditiert hat, bis er die Augen öffnete, die Göttin Parvati sah und sich in sie verliebte.

Parvati und Durga

Parvati ist Shivas Frau und selbst eine große Göttin. Ihr Reittier ist der Löwe. Als Durga besiegt sie Dämonen, mit denen die anderen Götter nicht fertig werden. Eine ihrer bekanntesten Taten ist der Sieg über den Büffeldämon Mahishasura. Neben Vishnu und Shiva steht im Hinduismus die Göttin Shakti im Mittelpunkt, deren Name wörtlich "Kraft" heißt. Tempel der großen Göttin zeigen in ihren Nischen oft ihre Kämpfe gegen Dämonen.

Ganesha

Ganesha ist ein Sohn von Shiva und Parvati. Er hat den Körper eines Menschen und den Kopf eines Elefanten, und oft ist eine Schlange um seinen Bauch gebunden. Elefant und Schlange erinnern an eine Zeit, in der die Menschen Naturkräfte verehrten. Wie manche der ägyptischen Götter trägt er also einen Tierkopf. Ganesha räumt Hindernisse aus dem Weg. Deshalb bitten ihn viele Hindus am Anfang jedes Vorhabens um Beistand. Sein Reittier ist die Maus. Sein Bruder Skanda ist ein kriegerischer Jüngling, der auf einem Pfau reitet.

Lakshmi

Lakshmi ist die Göttin des Glücks und des Überflusses und die Frau Vishnus. Ein bekanntes Bild zeigt sie auf einer Lotusblüte, während Elefanten Wasser über sie gießen. Es steht dafür, wie der Regen alles zum Leben erweckt.

Brahma

Brahma ist der Schöpfergott. Man erkennt ihn an seinen vier Köpfen und vier Armen, in denen er ein Wassergefäß, eine Gebetskette, ein Buch mit Versen aus den Veden und ein Büschel heiliges Gras hält. Sein Reittier ist eine weiße Gans.

Irrtum: Als Schöpfer der Welt ist Brahma der wichtigste Gott

Brahma ist zwar schon aus spätvedischer Zeit bekannt, doch in der Geschichte des Hinduismus haben ihm Shiva und Vishnu den Rang abgelaufen. Seine Rolle ist dadurch kleiner geworden. Seit der Zeitenwende stehen Vishnu, Shiva und die Göttin Shakti im Mittelpunkt.

Götter im Alltag

Für Hindus leben die Götter in ihren Bildern und Statuen. Deshalb werden diese Figuren jeden Tag versorgt. Schon vor fast 2.000 Jahren hat man Götterfiguren wohl bemalt, gekleidet und mit Blumengirlanden geschmückt. In den Tempeln zeigen die Nischen verschiedene Seiten des Gottes, dem der Tempel geweiht ist. An einem Vishnu-Tempel sieht man dort oft seine Avatare, an einem Shiva-Tempel seine Taten.

Die Götter auf einen Blick

GottZuständig fürErkennungszeichenReittier
VishnuSchutz der Welt, zehn AvatareWurfscheibe, Muschelhorn, hohe KroneGaruda
ShivaSchöpfung, Schutz und Zerstörung, Tanz, YogaDreizack, Schlange, Mondsichel, drittes AugeStier
Parvati und DurgaKampf gegen Dämonen-Löwe
GaneshaBeseitigen von Hindernissen, AnfängeElefantenkopfMaus
LakshmiGlück und ÜberflussLotusblüte, Elefanten-
BrahmaSchöpfungvier Köpfe, Wassergefäß, Buchweiße Gans
SkandaKriegjugendliche GestaltPfau
AgniFeuer-Widder
Was hast Du gelernt?
  1. Wie erklären viele Hindus, dass sie viele Götter verehren?

  2. Wer sind Rama und Krishna?

  3. Warum bitten viele Hindus Ganesha am Anfang eines Vorhabens um Beistand?

  4. Wofür steht Shivas drittes Auge?

  5. Welcher Gott hat im Lauf der Geschichte an Bedeutung verloren?

Quellen 6
  1. Vidya Dehejia, Hinduism and Hindu Art, in: Heilbrunn Timeline of Art History, The Metropolitan Museum of Art, Februar 2007 · Stand 01.02.2007, abgerufen 25.09.2026
  2. Vidya Dehejia, Recognizing the Gods, in: Heilbrunn Timeline of Art History, The Metropolitan Museum of Art, Februar 2007 · Stand 01.02.2007, abgerufen 25.09.2026
  3. The Metropolitan Museum of Art, Raga Brahma, Creator of the Universe, Objektbeschreibung · abgerufen 25.09.2026
  4. The Metropolitan Museum of Art, Shiva, Creator, Protector, and Destroyer, Unterrichtsmaterial · abgerufen 25.09.2026
  5. British Museum, Ancient India: living traditions, Führer in einfacher Sprache, Ausstellung 22. Mai bis 19. Oktober 2025 · Stand 01.01.2025, abgerufen 25.09.2026
  6. Stephanie Kramer, Population growth and religious composition, in: Religious Composition of India, Pew Research Center, 21. September 2021 · Stand 21.09.2021, abgerufen 25.09.2026
Diese Seite zitieren
Für Referat und Hausarbeit

quickpedia.de: "Indische Götter: die wichtigsten Götter des Hinduismus mit Namen und Beschreibungen". Stand: 25.09.2026. Online unter: https://quickpedia.de/geschichte/mythologie/indische-goetter (abgerufen am [Datum Deines Abrufs]).

Wissenschaftlich (an APA angelehnt)

quickpedia.de. (2026, 25. September). Indische Götter: die wichtigsten Götter des Hinduismus mit Namen und Beschreibungen. Abgerufen am [Datum Deines Abrufs], von https://quickpedia.de/geschichte/mythologie/indische-goetter

Fehler melden / Ergänzung vorschlagen

Danke, wir sehen uns das an.

Was möchtest Du einreichen?

Hinweise zu dieser Funktion findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Artikel als PDF herunterladen