Tag der Deutschen Einheit - Was wird gefeiert?

Der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober ist der Nationalfeiertag Deutschlands. Er erinnert an den 3. Oktober 1990, an dem die DDR der Bundesrepublik beigetreten ist. Als einziger Feiertag ist er bundesweit durch den Einigungsvertrag festgelegt und deshalb in allen 16 Ländern frei. Der 9. November, der Tag des Mauerfalls, kam nicht infrage, weil er auch der Jahrestag der Pogromnacht von 1938 ist.
Der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober ist der Nationalfeiertag Deutschlands. An diesem Tag im Jahr 1990 ist die DDR der Bundesrepublik beigetreten, und nach 41 Jahren gab es wieder einen einzigen deutschen Staat. Als Feiertag ist er eine Ausnahme. Alle anderen Feiertage bestimmen die Länder in ihren eigenen Gesetzen. Den 3. Oktober hat dagegen der Bund festgelegt, im Einigungsvertrag.
Warum der 3. Oktober und nicht der 9. November
Näher gelegen hätte ein anderes Datum. Am Abend des 9. November 1989 ist die Berliner Mauer geöffnet worden, und die Bilder von diesem Abend sind bis heute das Symbol der Einheit. Deshalb hat es eine lange öffentliche Debatte gegeben, ob der Feiertag nicht auf den 9. November gehört. Der Einwand lautete, der 3. Oktober sei nur ein rechtliches Datum. Der Mauerfall dagegen sei ein Moment, den auch spätere Generationen vor Augen haben würden.
Gegen den 9. November sprach seine übrige Geschichte. 1923 hat Hitler an diesem Tag in München geputscht. 1938 haben in der Nacht auf den 10. November in ganz Deutschland Synagogen gebrannt. Über 1.400 Synagogen und Betstuben sind damals zerstört worden. Einen Nationalfeiertag auf diesen Jahrestag zu legen, kam für die Mehrheit nicht infrage. So ist es beim 3. Oktober geblieben, dem Tag, an dem die Einheit mit dem Einigungsvertrag rechtlich wirksam geworden ist.
Die Mauer ist am 9. November 1989 gefallen, fast elf Monate vor dem 3. Oktober 1990. Dazwischen lagen die erste freie Wahl zur Volkskammer, die Währungsunion und die Verhandlungen über den Einigungsvertrag. Der 3. Oktober ist der Tag, an dem der Beitritt der DDR wirksam geworden ist. Er feiert also nicht die offene Grenze, sondern den gemeinsamen Staat.
Der Weg zum Beitritt
Den Termin hat die Volkskammer selbst bestimmt. In einer Sondersitzung, die am Abend des 22. August 1990 begonnen hat, hat sie den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes nach dessen Artikel 23 beschlossen. Datiert ist der Beschluss auf den 23. August 1990. 294 Abgeordnete haben dafür gestimmt und 62 dagegen.
Vom Mauerfall zum Beitritt
- 9. November 1989Die Berliner Mauer wird geöffnet.
- 18. März 1990Erste und einzige freie Wahl zur Volkskammer der DDR.
- 1. Juli 1990Die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion tritt in Kraft. Die D-Mark gilt jetzt auch in der DDR.
- 23. August 1990Die Volkskammer beschließt den Beitritt zum 3. Oktober.
- 31. August 1990Der Einigungsvertrag wird unterzeichnet.
- 3. Oktober 1990Der Beitritt wird wirksam. Der Tag ist seither Nationalfeiertag.
Im Einigungsvertrag steht der Feiertag in einem einzigen Satz. Artikel 2 regelt zuerst, dass Berlin die Hauptstadt ist, und dann: "Der 3. Oktober ist als Tag der Deutschen Einheit gesetzlicher Feiertag." Weil der Vertrag nach dem Beitritt als Bundesrecht weitergilt, ist der Tag bis heute der einzige Feiertag aus Bundesrecht. Begründet wird diese Ausnahme damit, dass ein nationaler Feiertag ein Symbol des Gesamtstaats ist. Den kann nur der Bund festlegen, so wie den Sitz der Bundesregierung oder die Bundessymbole.
Was vorher am 17. Juni war
Einen Tag der deutschen Einheit gab es schon vor 1990, allerdings mit einem anderen Datum. Im Juni 1953 haben Bauarbeiter in Ost-Berlin gegen höhere Arbeitsnormen gestreikt. Am 17. Juni ist daraus ein Aufstand an mehr als 700 Orten der DDR geworden, den sowjetische Panzer niedergeschlagen haben. Rund 100 Menschen sind dabei ums Leben gekommen.
Der Bundestag hat noch im selben Sommer reagiert. Mit dem Gesetz über den Tag der deutschen Einheit vom 4. August 1953 ist der 17. Juni in der Bundesrepublik gesetzlicher Feiertag geworden, als "Symbol der deutschen Einheit in Freiheit". Mit dem Einigungsvertrag hat der 3. Oktober diese Rolle übernommen. Der 17. Juni ist seither ein normaler Arbeitstag, bleibt aber nationaler Gedenktag.
Die DDR hatte ihren eigenen Staatsfeiertag, den Tag der Republik am 7. Oktober, dem Jahrestag ihrer Gründung 1949. Der 3. Oktober hat beide Feiertage ersetzt, im Westen den 17. Juni und im Osten den Tag der Republik.
17. Juni
Tag der deutschen Einheit in der Bundesrepublik, gesetzlicher Feiertag von 1954 bis 1990. Erinnert an den Volksaufstand in der DDR 1953.
7. Oktober
Tag der Republik in der DDR. Erinnert an die Gründung der DDR am 7. Oktober 1949.
3. Oktober
Tag der Deutschen Einheit seit 1990, in ganz Deutschland. Hat beide Tage abgelöst.
Mit dem Beitritt hat auch die Diktatur der SED nach 41 Jahren geendet. Wie sich die Systeme des 20. Jahrhunderts unterschieden haben, zeichnet der Vergleich von Kommunismus und Faschismus nach.
Wann der Tag ist
Der 3. Oktober ist ein festes Datum. Der Wochentag wechselt deshalb von Jahr zu Jahr.
| Jahr | Tag der Deutschen Einheit |
|---|---|
| 2026 | Samstag, 3. Oktober |
| 2027 | Sonntag, 3. Oktober |
| 2028 | Dienstag, 3. Oktober |
| 2029 | Mittwoch, 3. Oktober |
| 2030 | Donnerstag, 3. Oktober |
2026 und 2027 fällt der Tag aufs Wochenende. Alle Feiertage eines Jahres stehen in den Übersichten für 2026 und 2027.
Ein Wochenend-Termin hat den Tag schon einmal fast seinen Platz gekostet. 2004 ist der 3. Oktober auf einen Sonntag gefallen, und im November hat Finanzminister Hans Eichel vorgeschlagen, den Feiertag künftig immer auf den ersten Sonntag im Oktober zu legen. So wäre ein Arbeitstag mehr herausgekommen, als Beitrag zu einem Sparpaket für den Bundeshaushalt 2005. Bundespräsident Horst Köhler hat sich in einem Brief an Bundeskanzler Gerhard Schröder dafür eingesetzt, den 3. Oktober als Feiertag zu erhalten. Schon am nächsten Tag hat SPD-Chef Franz Müntefering erklärt, dass die SPD den Vorschlag nicht weiter verfolgt.
Es war nicht der erste Versuch. Bei der Finanzierung der Pflegeversicherung hat die Politik 1994 nach einem bundesweiten Feiertag zum Streichen gesucht, und der Tag der Deutschen Einheit war einer der Kandidaten. Gestrichen haben die Länder am Ende einen anderen Tag, den Buß- und Bettag, überall außer in Sachsen.
Wie gefeiert wird
Die offizielle Feier findet jedes Jahr in einem anderen Land statt, nämlich in dem, das gerade den Präsidenten des Bundesrats stellt. Dazu gehören ein ökumenischer Gottesdienst, ein Festakt mit dem Bundespräsidenten und ein Bürgerfest, auf dem sich alle 16 Länder vorstellen.
2026 ist Bremen der Gastgeber. Gefeiert wird dort vom 2. bis 4. Oktober unter dem Motto "Viele Stärken - ein Land" gefeiert. Der Gottesdienst ist im St. Petri Dom, der Festakt im Konzerthaus Die Glocke. Am 3. Oktober übergibt Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte als Bundesratspräsident den Staffelstab an den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst. Die Feier 2027 findet deshalb in Nordrhein-Westfalen statt.
Wenige Wochen nach dem 3. Oktober folgt im Norden und Osten der Reformationstag.
Was geschah am 3. Oktober 1990?
Warum wurde nicht der 9. November zum Nationalfeiertag?
Was unterscheidet den 3. Oktober von allen anderen Feiertagen in Deutschland?
Welcher Tag war in der Bundesrepublik bis 1990 der Tag der deutschen Einheit?
Welcher Feiertag wurde 1994 statt des Tags der Deutschen Einheit gestrichen?
Wo findet 2026 die offizielle Feier statt?
Quellen 12
- Einigungsvertrag, Artikel 2 (Hauptstadt, Tag der Deutschen Einheit) · abgerufen 27.09.2026
- Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, Der aktuelle Begriff Nr. 38/2004: Tag der Deutschen Einheit - Rechtsgrundlagen · Stand 19.11.2004, abgerufen 27.09.2026
- Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Tag der Deutschen Einheit - 3. Oktober · abgerufen 27.09.2026
- Bundesarchiv, Der Tag der deutschen Einheit · abgerufen 27.09.2026
- Bundeszentrale für politische Bildung, Der 9. November in der deutschen Geschichte · abgerufen 27.09.2026
- Bundeszentrale für politische Bildung, Novemberpogrom 1938 · abgerufen 27.09.2026
- Bundeszentrale für politische Bildung, Deutschland-Chronik: 7. Oktober 1949 · abgerufen 27.09.2026
- Bundeszentrale für politische Bildung, Der 17. Juni 1953 im Überblick · abgerufen 27.09.2026
- Bundeszentrale für politische Bildung, Der Weg zur Einheit - Chronik · abgerufen 27.09.2026
- Bundesrat, Tag der Deutschen Einheit 2026 - Deutschland zu Gast in Bremen · Stand 18.09.2026, abgerufen 27.09.2026
- Der Tagesspiegel, Tag der Einheit soll Feiertag bleiben, 5. November 2004 · Stand 05.11.2004, abgerufen 27.09.2026
- Blätter für deutsche und internationale Politik, Der Nationalfeiertag bleibt bestehen, Dezember 2004 · Stand 01.12.2004, abgerufen 27.09.2026
Diese Seite zitieren
quickpedia.de: "Tag der Deutschen Einheit: Bedeutung, Termine und warum nicht der 9. November". Stand: 27.09.2026. Online unter: https://quickpedia.de/feiertage/tag-der-deutschen-einheit (abgerufen am [Datum Deines Abrufs]).
quickpedia.de. (2026, 27. September). Tag der Deutschen Einheit: Bedeutung, Termine und warum nicht der 9. November. Abgerufen am [Datum Deines Abrufs], von https://quickpedia.de/feiertage/tag-der-deutschen-einheit
Fehler melden / Ergänzung vorschlagen
Danke, wir sehen uns das an.