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Karfreitag - Was wird gefeiert?

Silhouette einer Figur, die ein großes Holzkreuz auf der Schulter trägt, vor orangefarbenem Abendhimmel über Sanddünen
Am Karfreitag gedenken Christen der Kreuzigung und des Todes Jesu (Symbolfoto: Pixel-Shot / Shutterstock)
Die schnelle Antwort

Karfreitag ist der Tag, an dem Christen der Kreuzigung und des Todes Jesu gedenken. Er liegt zwei Tage vor Ostersonntag und ist in allen 16 Bundesländern gesetzlicher Feiertag. Zugleich ist er ein stiller Feiertag, an dem überall öffentliche Tanzveranstaltungen verboten sind. Wie lange, regelt jedes Land selbst, in Bayern ganztägig, in Bremen von 6 bis 21 Uhr.

Karfreitag ist der Freitag vor Ostern, an dem Christen an die Kreuzigung Jesu erinnern. Für die Kirchen ist er ein Tag der Trauer, für den Staat ein gesetzlicher Feiertag mit besonderem Schutz. Überall sind an diesem Tag öffentliche Tanzveranstaltungen verboten, und je nach Land auch Sport, Märkte oder Musik in Gaststätten.

Das "Kar" im Namen kommt vom althochdeutschen Wort "kara". Es bedeutet Klage oder Trauer. Karfreitag ist also der Trauerfreitag, und die Karwoche die Woche der Trauer.

Was in der Kirche geschieht

Karfreitag gehört zu den drei heiligen Tagen vor Ostern, die in der katholischen Kirche Triduum Sacrum heißen. Am Gründonnerstag erinnern die Kirchen an das letzte Abendmahl, am Karfreitag an Kreuzigung und Tod. Der Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe, und mit der Osternacht beginnt die Feier der Auferstehung.

Die Karwoche, Tag für Tag

  • PalmsonntagEinzug Jesu in Jerusalem, Beginn der Karwoche.
  • GründonnerstagErinnerung an das letzte Abendmahl.
  • KarfreitagKreuzigung und Tod Jesu. Um 15 Uhr, der Todesstunde, die große Karfreitagsliturgie.
  • KarsamstagGrabesruhe, ein stiller Tag auch in der Kirche.
  • Osternacht und OstersonntagFeier der Auferstehung.
  • OstermontagGesetzlicher Feiertag in allen Ländern.

In der katholischen Kirche wird am Karfreitag keine Messe gefeiert, und auch nicht am Karsamstag. Stattdessen feiern die Gemeinden um 15 Uhr, zur Todesstunde Jesu, die Feier vom Leiden und Sterben Christi. Der Altar ist leer, und die Glocken schweigen. In vielen Orten rufen deshalb Messdiener mit hölzernen Ratschen zum Gottesdienst.

In der evangelischen Kirche ist der Karfreitag lange mit festlichen Abendmahlsgottesdiensten begangen worden. In jüngerer Zeit sind schlichtere Feiern dazugekommen, oft um 15 Uhr oder am Abend.

Irrtum: Karfreitag ist der höchste evangelische Feiertag

Das hört man oft, und es stimmt laut der Evangelischen Kirche in Deutschland nur zum Teil. Die Reformatoren haben im Tod Jesu die Erlösung gesehen, deshalb hatte der Karfreitag für Protestanten ein besonderes Gewicht. Seinen Sinn bekommt das Kreuz aber erst durch Ostern. So gesehen ist Ostern das höchste Fest der Christenheit, auch für die evangelische Kirche.

Wann Karfreitag ist

Karfreitag hängt an Ostern, und Ostern hängt am Mond. Seit dem Konzil von Nicäa im Jahr 325 ist Ostersonntag der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Er kann deshalb frühestens am 22. März und spätestens am 25. April liegen. Karfreitag fällt entsprechend zwischen den 20. März und den 23. April.

JahrKarfreitagOstersonntag
20263. April5. April
202726. März28. März
202814. April16. April
202930. März1. April
203019. April21. April

Weil Karfreitag und Ostermontag in allen Ländern frei sind, ergeben sie mit dem Wochenende vier freie Tage am Stück. Alle Feiertage eines Jahres stehen in den Übersichten für 2026 und 2027. Von Ostern aus rechnen sich auch die übrigen beweglichen Feiertage des Frühjahrs, Christi Himmelfahrt nach 39 Tagen, Pfingsten nach 49 und Fronleichnam nach 60.

Zeitstrahl: Sechs bewegliche Feiertage hängen am Ostersonntag. Karfreitag zwei Tage davor, Ostermontag einen Tag danach, Christi Himmelfahrt 39, Pfingstsonntag 49, Pfingstmontag 50 und Fronleichnam 60 Tage danach.

Was am Karfreitag verboten ist

Karfreitag ist in jedem Bundesland ein stiller Feiertag. Was genau verboten ist und wie lange, steht im Feiertagsgesetz des jeweiligen Landes. Ein Bundesgesetz dazu gibt es nicht. Gemeinsam ist allen das Verbot öffentlicher Tanzveranstaltungen.

Am strengsten ist Bayern. Dort beginnt der Schutz der stillen Tage schon am Gründonnerstag um 2 Uhr. Am Karfreitag und am Karsamstag gilt er ganztägig. Sportveranstaltungen sind am Karfreitag verboten, und in Gaststätten darf keine Musik gespielt werden.

Kürzer ist das Verbot in Berlin und Bremen. In Berlin gilt es von 4 bis 21 Uhr, in Bremen von 6 bis 21 Uhr. Alle 16 Länder mit den genauen Uhrzeiten stehen in der Tabelle zum Tanzverbot.

Balken je Bundesland mit den Stunden des Tanzverbots am Karfreitag: In zwölf Ländern gilt es rund um die Uhr, in Schleswig-Holstein von 2 bis 24 Uhr, in Hamburg von 5 bis 24 Uhr, in Berlin von 4 bis 21 Uhr und in Bremen von 6 bis 21 Uhr.

Auch manche Filme sind betroffen. Ob ein Kinofilm an stillen Feiertagen öffentlich gezeigt werden darf, prüft seit 1952 die FSK. Mehr als 700 Filme haben diese Feiertagsfreigabe nicht, darunter "Das Leben des Brian" und "Heidi".

Das Verbot ist umstritten. Anlass für ein Grundsatzurteil war eine Veranstaltung in München, die am Karfreitag 2007 unter dem Motto "Heidenspaß statt Höllenqual" stattfinden sollte. Das Bundesverfassungsgericht hat 2016 entschieden, dass die Länder den Karfreitag als stillen Tag schützen dürfen. Sie müssen aber Ausnahmen möglich machen, wenn eine Veranstaltung selbst unter dem Schutz der Weltanschauungs- oder Versammlungsfreiheit steht.

Bräuche

Karfreitag ist neben dem Aschermittwoch ein gebotener Fast- und Abstinenztag. Gläubige Katholiken essen an diesem Tag nur eine volle Mahlzeit und verzichten auf Fleisch. In vielen Gemeinden beten die Gläubigen den Kreuzweg und gehen dabei die Stationen des Leidensweges Jesu nach.

Eine besondere Tradition hat Oberammergau in Oberbayern. Die Einwohner haben 1633 während der Pest gelobt, alle zehn Jahre das Spiel vom Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu aufzuführen. Seither führen sie die Passionsspiele in der Regel alle zehn Jahre auf, zuletzt 2022.

Was hast Du gelernt?
  1. Was bedeutet das "Kar" in Karfreitag?

  2. Woran erinnert der Karfreitag?

  3. An welchen Tagen wird in der katholischen Kirche keine Messe gefeiert?

  4. Zwischen welchen Daten kann Karfreitag liegen?

  5. Wie lange gilt das Tanzverbot am Karfreitag in Bremen?

  6. Was hat das Bundesverfassungsgericht 2016 entschieden?

Quellen 14
  1. Erzbistum Köln, Karfreitag feiern: Hintergründe, Anregungen und Materialien · abgerufen 27.09.2026
  2. katholisch.at, Am Tiefpunkt: Zur Bedeutung von Karfreitag und Karsamstag · abgerufen 27.09.2026
  3. Evangelische Kirche in Deutschland, Basiswissen Glauben: Karfreitag · abgerufen 27.09.2026
  4. Evangelische Kirche in Deutschland, Palmsonntag und die Karwoche · abgerufen 27.09.2026
  5. DWDS, Karfreitag (Etymologie) · abgerufen 27.09.2026
  6. Erzbistum Köln, Ostern: Das Fest der Auferstehung Jesu Christi · abgerufen 27.09.2026
  7. katholisch.de, Warum der Ostertermin in diesem Jahr aus der Norm fällt · abgerufen 27.09.2026
  8. Gesetz über den Schutz der Sonn- und Feiertage (Feiertagsgesetz) Bayern, Art. 3 · abgerufen 27.09.2026
  9. Berlin, Verordnung über den Schutz der Sonn- und Feiertage · abgerufen 27.09.2026
  10. Bremisches Gesetz über die Sonn-, Gedenk- und Feiertage · abgerufen 27.09.2026
  11. Bundesverfassungsgericht, Pressemitteilung 87/2016: Die Befreiungsfestigkeit des besonderen Stilleschutzes am Karfreitag ist mit den Grundrechten unvereinbar · Stand 30.11.2016, abgerufen 27.09.2026
  12. FSK, Stille Feiertage · abgerufen 27.09.2026
  13. Der Tagesspiegel, Das Leben des Brian und Heidi sind an Karfreitag verboten, 30. März 2018 · Stand 30.03.2018, abgerufen 27.09.2026
  14. Deutsche UNESCO-Kommission, Passionsspiele Oberammergau · abgerufen 27.09.2026
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Für Referat und Hausarbeit

quickpedia.de: "Karfreitag: Bedeutung, Termine und was das Tanzverbot bedeutet". Stand: 27.09.2026. Online unter: https://quickpedia.de/feiertage/karfreitag (abgerufen am [Datum Deines Abrufs]).

Wissenschaftlich (an APA angelehnt)

quickpedia.de. (2026, 27. September). Karfreitag: Bedeutung, Termine und was das Tanzverbot bedeutet. Abgerufen am [Datum Deines Abrufs], von https://quickpedia.de/feiertage/karfreitag

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